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Forschungsstelle
BLW
Projektnummer
20.22
Projekttitel
Nicht-chemische Behandlung von Erdbeerjungpflanzen gegen Botrytis cinerea mit UV-C

Texte zu diesem Projekt

 DeutschFranzösischItalienischEnglisch
Schlüsselwörter
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Kurzbeschreibung
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Projektziele
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Abstract
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)
Botrytis cinerea, Graufäule, UV-C, Multiresistenz, nicht-chemisch, Erdbeeren, Erdbeerpflanzen
Schlüsselwörter
(Englisch)
Botrytis cinerea, grey rot, UV-C, multi-resistance, non-chemical, strawberries, strawberry plants
Schlüsselwörter
(Französisch)
Botrytis cinerea, pourriture grise, UV-C, multirésistance, non chimique, fraises, fraisiers
Schlüsselwörter
(Italienisch)
Botrytis cinerea, marciume grigio, UV-C, multiresistenza, non chimico, fragole, piante di fragole
Kurzbeschreibung
(Deutsch)

Die Graufäule gilt als eine der gefürchtetsten Krankheiten im Erdbeeranbau. Der daraus jährlich resultierende Ertragsausfall beträgt rund 15 %, dies entspricht einem Wert von 9.1 Mio. CHF.

In den letzten Jahren kam es im Ausland und der Schweiz vermehrt zur Bildung von multiresistenten Botrytis-Stämmen. Dabei spielen die aus intensiv geführten ausländischen Produktionsanlagen stammenden Jungpflanzen bei der Verbreitung der Resistenzen eine zentrale Rolle.

Folgende Problemlösung steht im Fokus dieses Antrages: Erdbeerjungpflanzen sollen vor der Auspflanzung mit UV-C Licht belichtet und anschliessend mit Mikroorganismen besprüht werden. Die Belichtung eliminiert die Botrytis-Sporen. Die Verbreitung im Feld wir dadurch verhindert. Die applizierten Mikroorganismen bezwecken einen kompetitiven Effekt und besetzen Nischen, in denen sich Schaderreger ansiedeln könnten. Die Behandlung findet produzentennah in einer mobilen Einheit statt und gefährdet weder Mensch noch Umwelt.

Projektziele
(Deutsch)

Inhalt des Projektes ist die Prozessentwicklung für die UV-C Belichtung und Besprühung von Erdbeerjungpflanzen, die Entwicklung und der Bau einer mobilen Behandlungseinheit und die für die Erfolgskontrolle notwendigen, mehrjährigen Feldversuchen mit Resistenz-Analysen.

Gesundes und unbelastetes Pflanzgut ist der Start einer erfolgreichen Kultur. Gesünderes Pflanzgut ermöglicht einen reduzierten Pflanzenschutz. Der Ressourceneinsatz mündet in verkaufsfähigen Erdbeeren. Der «food loss» wird deutlich gesenkt.

Abstract
(Deutsch)
In der Schweiz hat die Graufäule vermehrt Mehrfachresistenzen gegen Fungizide entwickelt. Dieses Projekt ging der Frage nach, ob eine einmalige UV-C Belichtung von Erdbeerjungpflanzen, kombiniert mit einer gezielten Applikation von Mikroorganismen zur raschen Nischenbesetzung, sowohl den späteren Befallsdruck als auch die Resistenzbildung verringern kann.
Im Rahmen des Projekts wurde eine Pilotanlage konzipiert, gebaut und eingesetzt, welche die UV-C Be-handlung und eine Sprühapplikation mit Mikroorganismen ermöglichte. Die UV-C Dosis betrug 210 mJ/cm2. Das eingesetzte Produkt AmyloX (Andermatt Biocontrol) wurde in einer Konzentration von 0.25 % verwendet. Zwischen 2022 und 2025 wurden Feldversuche mit vier Ernteerhebungen durchgeführt sowie drei Resistenzmonitorings (2023 - 2025) zur Erntezeit realisiert. Zusätzlich flossen Daten aus früheren Monitoringjahren (2017 & 2018) in die Analyse ein. Insgesamt konnten 546 Proben auf fünf Resistenzgruppen untersucht und ausgewertet werden. Die Resultate zeigen einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Anzahl Mutationen in Abhängigkeit zu den vier im Feld geführten Varianten. Der Ertrag wurde weder positiv noch negativ beeinflusst.
Die Behandlung von Jungpflanzen mit UV-C kann ein wertvoller Bestandteil zukunftsorientierter, nachhaltiger Pflanzenschutzstrategien sein und ist ein wichtiger Impuls für die Weiterentwicklung resistenzmindernder Ansätze im Beerenanbau.