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Forschungsstelle
BLW
Projektnummer
20.05
Projekttitel
Weideparasiten über das Weidemanagement kontrollieren. In intensiven Systemen effizient umsetzbar?

Texte zu diesem Projekt

 DeutschFranzösischItalienischEnglisch
Schlüsselwörter
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Kurzbeschreibung
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Projektziele
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Abstract
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)
Parasitenkontrolle, Biolandbau, Vollweide, Weidemanagement, Trade-off Infektionsintensität/Futterqualität
Schlüsselwörter
(Englisch)
Parasite control, organic farming, full grazing, pasture management, trade-off infection intensity/feed quality
Schlüsselwörter
(Französisch)
Lutte contre les parasites, agriculture biologique, pâturage complet, gestion des pâturages, compromis entre intensité des infections et qualité des aliments
Schlüsselwörter
(Italienisch)
Controllo dei parassiti, agricoltura biologica, pascolo integrale, gestione del pascolo, compromesso intensità dell'infezione/qualità del foraggio
Kurzbeschreibung
(Deutsch)

Weidehaltung führt zu vielfältigen Vorteilen (z.B. artgerechte Haltung, geringe Produktionskosten und Konsumentenanspruch) und bildet darüber hinaus die Grundlage für Schweizer Biobetriebe (RAUS-Vorschrift). Die damit verbundene erhöhte Exposition gegenüber Weideparasiten (Magen-Darm-Würmern) verursacht in der Praxis Probleme (Leistungseinbussen, schlechtere Effizienz und beeinträchtigtes Tierwohl).

Weidemanagementmassnahmen zur Minderung des Infektionsdrucks (veränderte Grasaufwuchshöhen und Umtriebszeiten) sind eine vielversprechende Möglichkeit zur Reduktion des Parasitendrucks, könnten aber zur Folge haben, dass die vorhandene Biomasse weniger effizient genutzt wird. Aus Sicht einer optimalen Ressourcennutzung stellt sich deshalb die Frage, welchen Einfluss Massnahmen zur Minderung des Infektionsdrucks auf die Effizienz der Weidenutzung hat und wie dieser potenzielle Zielkonflikt optimiert werden kann.

Mittels Fragebogen wird der Ist-Zustand hinsichtlich Weidemanagement und Parasitenbefall auf mindestens 50 Vollweide-Betrieben (Rindvieh- und Schafhaltungsbetriebe) erfasst. Darüber hinaus erfolgt auf 6 Fokusbetrieben (je n=3 für Rindvieh- und Schafhaltungsbetriebe) eine detaillierte Erfassung des Weidemanagements und des Parasitenbefalls um die in der Umfrage gewonnenen Erkenntnisse zu erweitern. Auf den Fokusbetrieben werden ausgewählte Parzellen isoliert und kontrolliert beweidet. Auf diesen Versuchsparzellen finden detaillierte Messungen der Aufwuchshöhe und des Nährwertes statt. Mit Hilfe von Weideausschlusskörben werden infektiöse Wurmlarven in praxisrelevanten Weideaufwuchshöhen quantifiziert. Daraus resultierende «Weidereste» werden hinsichtlich Flächenleistung und Futterqualität erfasst und bewertet. Abschliessend werden mögliche Massnahmen und Effekte einander gegenübergestellt und daraus praxisbezogene Empfehlungen abgeleitet.

Projektziele
(Deutsch)

Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, das Weide- und Parasitenmanagement in der weidebasierten Milch- und Fleischproduktion unter der Massgabe eines minimalen Einsatzes von Anthelminthika so effizient wie möglich zu organisieren.

In diesen Forschungsprojekt soll deshalb das Potential des Weidemanagements im Hinblick auf eine Reduktion des Parasitendrucks unter Berücksichtigung einer möglichst effizienten Ressourcennutzung unter Praxisbedingungen ermittelt werden.

Abstract
(Deutsch)
In intensiven Weidesystemen besteht meist ein hoher Parasitendruck durch Magen-Darm-Würmer. Aufgrund der zunehmenden Resistenz gegenüber Entwurmungsmitteln stellt sich die Frage, welche Möglichkeiten sich zur Reduktion des Infektionsdrucks durch die Weideführung ergeben. Eine Umfrage unter 84 teilnehmenden Weidebetrieben ergab, dass die mittlere Ruhezeit der Weiden etwa vier Wochen beträgt. Dabei werden die Futterqualität und der Futterertrag grundsätzlich höher gewichtet als die Parasitenvorsorge. Allerdings konnten nur rund 20 % der Betriebe die Weideplanung wie vorgesehen umsetzen, wobei die Witterung als entscheidender Faktor genannt wurde. Biobe-triebe setzen signifikant weniger Entwurmungsmittel ein als konventionelle Betriebe. Die Analyse von Antikörpern in der Tankmilch gegen den bedeutendsten Rinderparasiten Ostertagia ostertagi zeigte keine Unterschiede zwischen Betrieben mit Umtriebsweide und intensiver Standweide. Allerdings ist die Datenbasis hierfür zu gering, um allgemeingültige Schlussfolgerungen zu ziehen. Die im Projekt durchgeführten Feldversuche zeigten, dass sich der Grossteil der infektiösen Wurmlarven in den Grasschichten von 5 bis 8 cm Höhe befand. In höheren Bereichen (8 bis 14 cm bzw. über 14 cm) waren deutlich weniger Larven vorhanden. Bei hohem Larvendruck und fehlender Schnittnutzung könnte eine höhere Restweidehöhe deshalb dazu beitragen den Infektionsdruck zu reduzieren. Allerdings zeigte ein weiterer Versuch unter dauerhaft niederschlagsreichen Bedingun-gen, dass sich auch in Futterhöhen über 16 cm viele Larven befinden können. Daher gilt die Erkenntnis, dass sich die meisten Larven unterhalb von 8 cm ansammeln, nur für normale bis trockene Witterungsverhältnisse.