Im vorliegenden Projekt wurde über zwei Versuchsjahre (i) der Einfluss von parzellenspezifischen Wetterdaten auf die Prognose-Empfehlungen der Modelle SIMPHYT3 und PhytoPRE im Vergleich zu Wetterdaten von SwissMetNet-Stationen untersucht und (ii) die Zuverlässigkeit des deutschen Modells SIMBLIGHT1 zur Berechnung des Behandlungsbeginns gegen die Krautfäule analysiert.
Die Verwendung von parzellenspezifische Wetterdaten führte im Vergleich zu den SMN-Wetterstationen bei den PhytoPRE-Prognosen zu keiner wesentlichen Verbesserung. Eine Optimierung der Wetterdatenquellen für das PhytoPRE-Modell ab 2021 konnte trotzdem erreicht werden, indem die Anzahl der SMN-Stationen um 34 zusätzliche Stationen erweitert wurde.
Die Berechnung des Behandlungsstarts mit dem Modell SIMBLIGHT1 führte im Jahr 2020 zu einem späteren Behandlungsbeginn von einer bis fünf Wochen im Vergleich zur Standardprognose mit PhytoPRE und damit zu einer Einsparung von 2 bis 3 Fungizidbehandlungen. Die Berechnung des Behandlungsbeginns mit SIMBLIGHT1 kann die Terminierung des Behandlungsbeginns verbessern, muss aber mit einem Monitoring im Feld kombiniert werden, da sehr früher Befall beispielsweise in Folienkartoffeln nicht korrekt prognostiziert werden kann. Die Kombination der Modelle SIMBLIGHT1 und PhytoPRE wird 2021 in weiterführenden Projekten weiter getestet. Kombiniert mit einem Befallsmonitoring könnte die Zuverlässigkeit der Krautfäuleprognose erhöht und damit das Vertrauen der Landwirte in die Prognosen gestärkt werden.