In der Energiestrategie der SBB kommt der Steigerung der Energieeffizienz und somit dem Energiesparen eine Schlüsselrolle zu. Bis zum Jahr 2025 will die SBB nur noch mit Strom aus erneuerbaren Energien fahren. Dafür will sie rund 20 Prozent ihres prognostizierten Jahresenergieverbrauchs, also 600 Gigawattstunden, einsparen.
Auch bei relativ modernen Triebfahrzeugen wie dem FLIRT, lässt sich die Energieeffizienz noch weiter steigern. Insgesamt wurden in einer Machbarkeitsstudie Massnahmen aus den Bereichen :
- Antriebsoptimierung (Zwischenkreisspannung, Fahrmotorfluss, Teillastbetrieb, Taktsperre bei Stillstand,
Trockentransformator),
- Fahrzeugbedienung (Fahrschalter-Kennlinie, Bereitstellzeit),
- Abstellung (Schlummerbetrieb, Überfuhrbetrieb, Druckluftsystem, Hilfsbetriebe und Verbraucher, Kühlung
von Komponenten) und
- Aerodynamik
untersucht und bewertet. Für die Abschätzungen wurden die nötigen Grundlagen erarbeitete und der Ist-Zustand auf den Fahrzeugen evaluiert.
Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die gesamten durch Softwareanpassungen im Fahrzeugleitgerät und im Stromrichter zusammen erreichbaren Einsparungen knapp 85 MWh pro Jahr je Fahrzeug betragen. Dies entspricht 13.5 GWh/Jahr für der Umrüstung aller Fahrzeuge der Flotte, sofern sich mit Rücksicht auf die Kosten der Softwarezulassung alle realisieren lassen. Weitere Energieeinsparungen lassen sich durch den Einsatz von Trockentransformatoren als Traktionstransformatoren oder aerodynamische Optimierungen im Dachbereich realisieren.
Durch die Fahrzeuglieferantin sind die Kosten einzelner Massnahmen aufgezeigt. Die Bewertung der Wirtschaftlichkeit der einzelnen Massnahmen erfolgt durch die SBB und zeigt aufgrund unterschiedlicher Teilflottengrössen und betroffener Zulassungen im In- und Ausland grosse Unterschiede. Je nach Massnahme liegt der statische Payback zwischen wenigen Jahren und mehreren Jahrzehnten. In der folgenden Realisierung sollen wirtschaftliche Massnahmen umgesetzt werden mit statischem Payback zwischen 2 und 11 Jahren.
Diese Machbarkeitsstudie wurde im Rahmen der Energiestrategie 2050 des öffentlichen Verkehrs vom Bundesamt für Verkehr mit 68‘860 CHF unterstützt, die Projektnummer lautet 059 Studie Energiesparpaket FLIRT. Der Bearbeitungszeitraum ist vom 17. Februar 2015 bis zum 15. Februar 2016.