Die technologische Entwicklung von elektronischen und elektrischen Geräten hat in jüngerer Zeit einen zunehmenden Bedarf und Einsatz von sogenannten Technologiemetallen bewirkt. Die Primärproduktion dieser Elemente wie beispielsweise Cobalt, Germanium und Seltene Erdmetalle (REE) ist mit grossen Umweltbelastungen verbunden und auf wenige wirtschaftlich lohnende Lagerstätten beschränkt, wodurch ihnen auch eine geopolitische Bedeutung zukommt. Technologiemetalle werden zwar in einer grossen Breite von Produkten eingesetzt, jedoch in der Regel in nur geringen Mengen. Daher wird bei der Verwertung von Elektronikschrott lediglich neben den Massemetallen lediglich die Edelmetalle zurückgewonnen; die Rückgewinnung der seltenen Technologiemetalle hingegen wird aus technischen oder ökonomischen Gründen nicht durchgeführt. Um in dieser Hinsicht den Stand der Technik der E-Schrottverwertung zu verbessern und Grundlagen für eine zukünftige Rückgewinnung von seltenen Technologiemetallen primär aus ökologischen Gründen zu ermöglichen, würden in der vorliegenden Aktivität die beiden folgenden Forschungsprojekte durchgeführt:
a) Projekt EVA II (Elektronikverwertung Altautos) Die EMPA als Auftragnehmerin in diesem mehrjährigen Projekt erarbeitete ein dynamisches Stoffflussmodell für Geräte- und Elementmasseströmen in Altfahrzeugen. Primär wurde dabei geprüft, bei welchen elektronischen Bestandteilen und Geräten in Altautos sich ein Ausbau und Zuführung in die spezifische E-Schrottverwertung lohnt, bevor das Fahrzeug gesamthaft geschreddert wird. Die Betrachtung erfolgte in verschiedenen Modulen, die nach Aspekten wie Materialzusammensetzung, Wirtschaftlichkeit, Ökobilanzierung gegliedert waren. Zusätzlich wurden Versuche zur Datenbeschaffung durchgeführt und die zukünftige Entwicklung der Materialflüsse modelliert. Gesamthaft wurden die Ergebnisse in sieben nach den Themen gegliederte Schlussberichte festgehalten.
b) Projekt econseg (Konzentrierung (concentration) & Separierung (segregation) von Zielstoffen bei der Verwertung von elektronischen Altgeräten) wurde von der EMPA als Auftragnehmerin im Zeitraum von 2021 bis 2024 durchgeführt. Ziel des Projekts war die Entwicklung einer neuen Methodik zur Beurteilung der EAG-Behandlung. Damit soll der Stand der Technik weiterentwickelt und die EAG-Behandlung in Richtung Kreislaufwirtschaft verbessert werden können. Besonders angeschaut werden die Rückgewinnung resp. Abscheidung von Zielstoffen, insbesondere seltene Technologiemetalle, und die damit verbundenen Umweltauswirkungen. Unter Beibezug einer Begleitgruppe wurde mit Recherche, Interviews und Testversuche ein Indikatorenset erarbeitet, das die Beurteilung der EAG-Verwertung ermöglicht. Es ist beabsichtigt, diese Indikatoren in die Vollzugshilfe zum Stand der Technik VREG zu integrieren.