Schlüsselwörter
(Deutsch)
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Risikobewertung, Exposition, PSM, Nichtzielorganismen,Nichtzielflächen, Arthropoden
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Kurzbeschreibung
(Deutsch)
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Umsetzung der F&E-Massnahmen im Bereich Nichtzielorganismen (NZO) im Rahmen des 2017 vom Bundesrats verabschiedeten Aktionsplans Pflanzenschutzmittel (AP PSM Massnahme 6.3.2.5 Weiterentwicklung der Risikobeurteilung für terrestrische Nichtzielorganismen). Die Risikobewertung und der Schutz der terrestrischen Nichtzielorganismen soll weiterentwickelt werden. Ziel der Forschung ist eine Verbesserung der Risikobeurteilung, der Erarbeitung von risikoreduzierenden Massnahmen und allenfalls eine Optimierung des PSM-Einsatzes durch Minderung der Exposition, insbesondere auch der Nichtzielorganismen in off-crop Habitaten (Nichtzielflächen).
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Umsetzung und Anwendungen
(Deutsch)
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Vorprojekt Weiterentwicklung der Risikobeurteilung von PSM für Arthropoden
Das Projekt hat zielgemäss erlaubt, vorhandene Informationen in Bezug auf die Exposition und das Ausmass der Effekte auf Nicht-Ziel-Arthropoden (non-target arthropods, NTA) durch PSM-Abdrift sowie die Erholung der NTA im Off-Crop-Bereich zu analysieren und darzustellen.Die in diesem Vorprojekt bereitgestellten Informationen und die Ergebnisse der Analysen zeigen, dass die Risiken der PSM im Bereich der Biodiversitätsförderflächen zu wenig gut untersucht sind. Die Autoren schlagen dementsprechend vor, in spezifischen Feldstudien die folgenden Themen genauer zu untersuchen: 1) PSM-Deposition in der Vegetation (BFF), 2) Empfindlichkeit ausgewählter NTA-Populationen gegenüber PSM, 3) Erholungsfähigkeit der NTA-Populationen, 4) Einfluss einer wiederholten PSM-Anwendung und 5) Einfluss ökologischer Merkmale der NTA. Mit den Erkenntnissen eines solchen Folgeprojektes kann der Schutz der NTA in den BFF auf mehreren Ebenen konkretisiert und verbessert werden.
Pflanzenschutzmittel-Exposition von terrestrischen Stadien von Amphibien und mögliche Managementmassnahmen
Ziel dieser Arbeit war es, Risikominderungsmassnahmen (RMM) für die terrestrischen Lebensstadien von Amphibien zu beschreiben, die unabhängig von der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln (PSM) empfohlen werden können. RMM beziehen sich in dieser Arbeit sowohl auf Massnahmen, die das Risiko der PSM-Exposition reduzieren, als auch auf Massnahmen, die Amphibien in landwirtschaftlichen Gebieten fördern und negative Effekte durch PSM auf der Populationsebene kompensieren können. Des Weiteren beschreibt der Bericht wissenschaftliche Grundlagen für die Bewertung von RMM. Die Grundlagen bestehen einerseits aus Modellen für die Dynamik von Populationen und Metapopulationen von Amphibien. Diese beschreiben Effekte von PSM und liefern Hinweise, welche RMM wie auf Amphibienpopulationen wirken. Der zweite Teil der Grundlagen beschreibt die Nutzung von Agrarlandschaften durch Amphibien und zeigt, wie stark Populationen auf Agrarflächen mit PSM-Einsatz leben. Es wurden insgesamt 30 RMM zusammengetragen, die in der Schweiz denkbar wären. Insbesondere wurden bestehende Massnahmen für den ökologischen Ausgleich und zur Reduktion der PSM-Risiken evaluiert, aber auch Veränderungen in der landwirtschaftlichen Praxis wurden berücksichtigt. Daraus ergaben sich 8 RMM, welche die Autoren für die praktische Anwendung vorschlagen: 1) Standortgerechte Anlage von Kleinstrukturen, die als Verstecke für Amphibien im Landlebensraum dienen können, 2) Anlage von neuen Amphibienleichgebiete, 3) Räumliche Anordnung von Biodiversitätsförderflächen (BFF), 4) Integratives Wassermanagement, 5) Lokal keine Anwendung von PSM während der Hauptwanderzeit der Amphibien im Frühling, 6) Keine Anwendung von PSM im Bereich B der IANB-Objekte (ALG von nationaler Bedeutung), 7) Angepasste Bewirtschaftung im Umfeld von ALG, 8) Workshop für Landwirtinnen und Landwirte und landwirtschaftliche Beraterinnen und Berater.
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Umsetzung und Anwendungen
(Englisch)
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Deposition und Risiken von Insektiziden für Nichtziel-Arthropoden ausserhalb der behandelten Flächen
Spray drift deposition of pesticides in flower strips was studied in numerous drift trials with a fluorescent tracer in 2022. Vertical and horizontal distribution in the vegetation was characterized in relation to the deposition on flat ground under “drift reducing” conditions (injector nozzles operated at pressure < 3 bar) as well as conditions considered “current practice” and vegetation distribution factors were derived. In a subsequent two-year field trial in Tänikon, simulated drift rates of acetamiprid led to noticeable knockdown effects in several arthropod taxa, though population-level impacts measured through repeated suction sampling were mostly insignificant. While pesticide drift is unlikely to undermine the overall benefits of flower strips, aiming to reduce drift within the first meter appears to be a sensible management goal. In a semi-field study, it was also found that the simulated drift rate of spinosad in flower strips significantly reduced the survival rate and reproduction of the solitary bee Osmia bicornis, while the simulated drift rate of acetamiprid had no such effects. The results underscore the need to consider species other than honey bees when assessing risks to pollinators, as the current framework may not adequately protect wild pollinators.
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Umsetzung und Anwendungen
(Französisch)
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Reconstruction des tailles de populations historiques d'insectes et d'oiseaux 2019-2022
L'objectif du projet était d'analyser l'évolution de populations historiques d'insectes dans le temps sur la base d'analyses génétiques d'échantillons actuels collectés dans le terrain et sur la base d'échantillons correspondants provenant de collections muséales datant du début du 20ème siècle. Des espèces d'orthoptères, d'éphémères et de papillons diurnes ont été analysés avec une technique d'analyse génétique innvovante développée récemment ( hybridization on ddRAD-based probes). Les résultats montrent des baisses de diversité génétique pour beaucoup d'espèces. La baisse de diversité génétique est souvent associée à l'augmentation du degré de cosanguinité (inbreeding). Pour certaines espèces une diminution de la taille effective de population a pu être constatée. Les résultats ne sont pas clairs pour tous les indicateurs (diversité génétique, degré de cosanguinité, taille effective de population) et toutes les espèces. Pour avoir des tendances plus nettes, il faudrait porbablement encore augmenter l'échantillonnage. Le projet démontre que la méthode utilisée est une approche qui a du potentiel pour comprendre l'évolution de la biodiversité durant les 100 dernières années, en particulier pour les insectes. Suite au projet, les scientifiques vont encore approfondir les analyses et collecter plus de données afin d'affiner les résultats.
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