Schlüsselwörter
(Deutsch)
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PSM
Monitoring
Indikatoren
Boden
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Kurzbeschreibung
(Deutsch)
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Pflanzenschutzmittel (PSM) werden zum Schutz der Pflanzen gegen Schadorganismen eingesetzt, können aber negative Auswirkungen auf die Umwelt haben. Um das von PSM ausgehende Risiko für Mensch, Umwelt und Kulturen zu reduzieren, wurde der Aktionsplan (AP) PSM ausgearbeitet und im September 2017 vom Bundesrat verabschiedet. Der Aktionsplan definiert Ziele und Massnahmen zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von PSM. Die vorliegende Aktivität bildet die Grundlage, um Ziel 5.7 zu erreichen, namentlich "Die Anwendung der PSM hat keine langfristig nachteiligen Auswirkungen auf die Bodenfruchtbarkeit und der Einsatz von PSM mit für den Boden hohem Risikopotential wird reduziert. Bis 2025 sind risikobasierte Referenzwerte für die Beurteilung von PSM-Rückständen in Böden und bis 2027 Indikatoren für die Auswirkungen von PSM auf die Bodenfruchtbarkeit verfügbar." Dieses Projekt trägt zur Erreichung der Massnahme 6.3.3.7 (Entwicklung eines Monitorings von PSM-Rückständen im Boden) und der Massnahme 6.3.2.6 (Indikatoren für das Monitoring des Risikopotenzials von PSM für Organismen) des Aktionsplans bei, wobei es in den ersten Jahren darum geht, Grundlagen dazu zu erarbeiten.
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Projektziele
(Deutsch)
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Entwicklung eines Monitorings von PSM-Rückständen im Boden.
Grundlagen zur Ausarbeitung von risikobasierten Referenzwerte für die Beurteilung von PSM-Rückständen in Böden.
Entwicklung von Indikatoren für die Auswirkungen von PSM auf die Bodenfruchtbarkeit.
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Umsetzung und Anwendungen
(Deutsch)
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Ziel der Projekte in der Massnahme 6.3.3.7 des AP-PSM ist die Entwicklung eines PSM-Rückstands-Monitoring für die Schweiz. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden NABO-Agroscope und das Ökotoxzentrum beauftragt. Während dieser Zeit wurde durch Agroscope eine neue Methode zur Messung von PSM-Rückständen im Boden entwickelt. Darüber hinaus hat NABO-Agroscope neue Monitoring-Standorte erworben, um die Repräsentativität des bereits bestehenden NABO-Netzwerks zu erhöhen und so einen besseren Überblick über den Status quo der PSM-Rückstände in verschiedenen Kulturen zu erhalten. Eine wissenschaftliche Publikation mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse ist in Vorbereitung. Das Ökotoxzentrum konzentrierte sich auf die Herleitung von Referenzwerten (Soil Guidance Values SGV), und auf einen Mischungsansatz zur Bewertung der Auswirkungen von PSM-Rückständen und deren Gemischen in landwirtschaftlichen Böden. Die Entwicklung von Bioindikatoren zur Ergänzung der Effektbewertung der Referenzwerte war ebenfalls ein wichtiger Teil der Arbeit des Ökotoxzentrums. Um die Auswirkungen von PSM von anderen Effekten unterscheiden zu können, mussten «normal operation ranges» für Bodenorganismen untersucht werden. Die Eignung von Bioindikatoren zur Bewertung der Auswirkungen von PSM-Rückständen wurde ebenfalls in einer Pilotstudie getestet, die die Grundlage für deren Einsatz im Routine-Monitoring bilden wird. Mehrere Berichte über die Arbeit zu den Referenzwerten und Bioindikatoren wurden veröffentlicht, und eine Veröffentlichung über die «normal operation ranges» ist in Vorbereitung.
Im Rahmen des Projekts konnte eine hochpräzise Methode zur Analyse von ca. 150 PSM-Rückständen entwickelt werden, die die Genauigkeit und Effizienz der PSM-Analytik im Vergleich zu den bisherigen Methoden verbessert. Dieses Projekt hat zum Verständnis der Musterverteilung von PSM-Rückständen beigetragen und ermöglicht eine erste Untersuchung der Persistenz der PSM-Rückstände und ihrer potenziellen Auswirkungen auf die Böden in der Schweiz (Publikation in Vorbereitung). Über die Auswirkungen von PSM-Rückständen und -Gemischen, die im Boden verbleiben und sich im Laufe der Zeit anreichern können, auf Bodenorganismen und Pflanzen, ist nur wenig bekannt. Die Arbeiten in diesem Projekt tragen durch die Kombination chemischer, ökologischer und ökotoxikologischer Bewertungen zu einem besseren Verständnis dieser Auswirkungen bei.
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Publikationen / Ergebnisse
(Deutsch)
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- NABO: Rösch, A., Wettstein, F.E., Wächter, D. et al. A multi-residue method for trace analysis of pesticides in soils with special emphasis on rigorous quality control. Anal Bioanal Chem (2023). https://doi.org/10.1007/s00216-023-04872-8
- Ecotox Centre: Reports | Ecotox Centre
- Mireia Marti-Roura, Gilda Dell’Ambrogio, Sophie Campiche, Janine Wong, Marion Junghans, Mathieu Renaud, Benoit J.D. Ferrari. 2023 Methodology proposal for the derivation of Soil Guideline Values for Plant Protection Product residues. Part 1 - Review and comparison of international methodologies. Swiss Centre for Applied Ecotoxicology, Dübendorf and Lausanne, Switzerland; 156 pp. Adresse (ecotoxcentre.ch)
- Mireia Marti-Roura, Gilda Dell’Ambrogio, Sophie Campiche, Janine Wong, Marion Junghans, Mathieu Renaud, Benoit J.D. Ferrari. 2023 Methodology proposal for the derivation of Soil Guideline Values for Plant Protection Product residues. Part 2 - Recommendations for the derivation of Soil Guideline Values. Swiss Centre for Applied Ecotoxicology, Dübendorf and Lausanne, Switzerland; 57 pp. 2023_Consoil_SGV_Report_Part_2 (ecotoxcentre.ch)
- Gilda Dell’Ambrogio, Mathieu Renaud, Sophie Campiche, Mireia Marti-Roura, Benoit J.D. Ferrari. 2023 Selection of a bioindicator toolbox for monitoring effects of plant protection product residues. Part 1 - Linking ecological soil functions and soil organisms. Swiss Centre for Applied Ecotoxicology, Dübendorf and Lausanne, Switzerland; 56 pp. Consoil_Bioindicators_Part1 (ecotoxcentre.ch)
- Renaud, M. Campiche, S., Dell’Ambrogio, G., Ferrari, B.J.D. 2024. Selection of a bioindicator toolbox for monitoring effects of plant protection product residues. Part 2 – Scoring of actors and bioindicator methods. Swiss Centre for Applied Ecotoxicology, Dübendorf and Lausanne, Switzerland.
- Und alle SGV: Monitoring concept for plant protection products in soils | Ecotox Centre
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