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Forschungsstelle
BLW
Projektnummer
18.22
Projekttitel
Evaluation zusätzlicher Kriterien für die PSM-Auswahl im ÖLN im Hinblick auf die Qualität des Grund- und Oberflächenwassers und den Schutz der Bienen

Texte zu diesem Projekt

 DeutschFranzösischItalienischEnglisch
Schlüsselwörter
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Kurzbeschreibung
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Publikationen / Ergebnisse
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)
Pflanzenschutzmittel, ÖLN, AP22+, Gewässer, Bienen
Schlüsselwörter
(Englisch)
pesticides, ecological proof of performance, AP22+, waters, bees
Schlüsselwörter
(Französisch)
pesticides, prestations écologiques, PA 22+, eaux, abeilles
Kurzbeschreibung
(Deutsch)

Im Rahmen der AP22+ soll die PSM-Anwendung im ÖLN künftig stärker eingeschränkt werden. Zum Schutz des Grundwassers (nicht relevante Metaboliten), des Oberflächengewässers und der Bienen sollen bestimmte PSM grundsätzlich nicht mehr eingesetzt werden, es sei denn, es stehen keine andere wirksame PSM zum Schutz der Kulturen zur Verfügung.

Dazu sollen für alle zugelassenen PSM-Wirkstoffe die prognostizierten Grundwasserkonzentrationen der Metaboliten ermittelt und das Risiko fürs Oberflächengewässer sowie für die Bienen berechnet werden. Anhand dieser Listen können die PSM-Wirkstoffe ausgewählt werden, die für die Oberflächengewässer, das Grundwasser (Metaboliten) und die Bienen am ungünstigsten sind. Die möglichen Konsequenzen eines ÖLN-Verbotes dieser Wirkstoffe für den Schutz der Kulturen sollen für die verschiedenen Produktionszweige (Ackerbau, Obstbau, Weinbau, Gemüsebau, Beerenbau) beurteilt werden. Diese Einschränkungen erfolgen zusätzlich zu den bereits bestehenden Regeln zum Nützlingsschutz.
 
Publikationen / Ergebnisse
(Deutsch)

Auf Grundlage der Risiko-Scores wurden PSM-Wirkstoffe mit besonderen Risikopotentialen für Grundwasser, Oberflächengewässer und Bienen identifiziert. Für die jeweils obersten 7-8 Wirkstoffe in den Ranglisten Grundwasser und Oberflächengewässer sind die Risiko-Scores zum Teil deutlich höher als für die darauffolgenden PSM-Wirkstoffe. Mit Ausnahme von Spinosad weisen die PSM-Wirkstoffe mit den höchsten Risikopotentialen für Bienen generell ebenfalls hohe Risikopotentiale für Oberflächengewässer auf. Beim direkten Vergleich von PSM-Wirkstoffen mit ähnlichem Risiko-Score muss bedacht werden, dass diese mit einem vereinfachten, normierten Verfahren berechnet wurden. Unter Umständen sind punktuell weitere Abklärungen und der Einbezug zusätzlicher Kriterien notwendig. Die Berücksichtigung der Verkaufsmengen und der theoretisch behandelbaren Fläche (Verkaufsmenge / Aufwandmenge) geben weitere Hinweise über die potentielle Wirksamkeit der Einschränkungen. Wir gehen davon aus, dass mit der Einschränkung der Anwendung von PSM-Wirkstoffen mit hohen Risiko-Scores Umweltrisiken und Belastungen reduziert werden können.

Die agronomische Untersuchung deutet darauf hin, dass eine breite Einschränkung der PSM-Wirkstoffe mit hohem Risiko-Score im ÖLN einen korrekten Schutz der Haupt-Kulturen deutlich erschweren und zum Teil verunmöglichen wird. Ähnliches trifft voraussichtlich auch auf die Nebenkulturen zu, welche im Projekt nicht umfassend bewertet wurden. Einige PSM-Wirkstoffe (z.B. Dimethachlor) kommen in PSM-Produkten nur gemeinsam mit anderen PSM-Wirkstoffen vor und eine Einschränkung im ÖLN hätte dadurch auch einen Einfluss auf andere PSM-Wirkstoffe. Im Biologischen Pflanzenbau sind evtl. weitere Abklärungen nötig, da dort eine Einschränkung des Einsatzes von Spinosad zu Problemen führen könnte.

Es gibt Pflanzenschutzstrategien, welche wie die integrierte Produktion einen guten Pflanzenschutz mit möglichst wenigen PSM-Anwendungen anstreben. Ein Beispiel ist die gestufte Vorgehensweise gegen Wicklerarten im Obstbau gemäss Pflanzenschutzempfehlungen von Agroscope: Verwirrungstechnik - Granuloseviren - biotaugliche PSM – andere PSM. Solche Strategien müssen weiterhin gefördert werden, benötigen aber PSM-Anwendungen.

Zukünftige Veränderungen in der Zulassung der PSM können eine neue Beurteilung nötig mache, v.a., wenn dadurch Alternativen für im ÖLN eingeschränkte PSM-Wirkstoffe hinzukommen oder wegfallen.

Mit der vorliegenden Analyse wurde die Entscheidungsgrundlagen geschaffen, um Einschränkungen von PSM-Wirkstoffen im ÖLN festzulegen, welche die Risiken für Oberflächengewässer und Bienen, sowie die Belastung des Grundwassers reduzieren und den Schutz der Kulturen nicht übermässig einschränken sollten.