Das Risikomanagement von Massenbewegungsgefahren setzt voraus, dass die Prozesse erfasst, überwacht und beurteilt werden. Nur so können adäquate Massnahmen zur Verhinderung oder Begrenzung von Sach- oder Personenschäden verhindert werden. Mit den Forschungsarbeiten wurden die Anforderungen definiert, die für moderne Simulationsmethoden und bei der Beuteilung von Rutschgefahren notwendig sind. Dazu gehört die Quantifizierung von geologischen, geotechnischen und hydrogeologischen Parametern. In den meisten Fällen sind dafür Bohrungen, Sondierungen, Deformationsmessungen und Laboranalysen notwendig. Modelle der ETHZ können mit dem Parameterset und probabilistischen Ansätzen den Rutschprozess in hoch aufgelösten Zeitschritten sowie die Einwirkungen auf die Tragsicherheit der betroffenen Infrastrukturen berechnen.
Mit einer sachgerechten Planung, Projektierung und Bauausführung kann das Schadenrisiko
in Rutschgebieten reduziert werden. Deshalb wurde mit den Schweizer Ingenieurgeologen (SFIG) eine Publikation für die Praxis erstellt, die den Normen der SIA Rechnung trägt (siehe Praxishilfe «Bauen im Rutschgebiet»; SFIG Publikation 2025.). Sie richtet sich an alle beteiligten Akteure (Geologen, Ingenieure, Architekten, Bauherren, Bewilligungsbehörden). Mit der Praxishilfe werden u.a. Anforderungen für die Lage der Messstellen, Messintervalle, Definition von Grenzwerten und Verantwortlichkeiten festgelegt. Die Resultate werden bei der Massahmenplanung und zur Risikominderung im Schadenfall verwendet