Das vorgeschlagene Projekt ist Teil eines bereits bestehenden Langzeit-Versuches, das zum Ziel hat den Einfluss einer Virusinfektion mit verschiedenen Blattrollviren (GLRaV’s) auf die Physiologie der Rebe zu verstehen, um effektiver Bekämpfungsstrategien zu entwickeln und Grundlagen für die Züchtung von resistentem Pflanzmaterial zu schaffen.
Im vorgeschlagenen Teilprojekt soll anhand von molekularen Analysen (RNA-Sequenzierung und Genexpressionsanalyse) der Einfluss verschiedener Blattrollviren auf die Physiologie der Rebe studiert werden, um Schädigungsmechanismen der unterschiedlichen Partikel auf den Wirt besser zu verstehen.
Der Versuchsaufbau mit unterschiedlichem Infektionen von GLRaV’s besteht bereits seit dem Jahr 2010 in einer Versuchsanlage in Changins und wurde in den 3 letzten Jahren bereits mit relativ simplen physiologischen Messungen charakterisiert (Photosynthese, Ertrag, Wuchskraft).
Da die rein phänotypisch observierbaren Symptome sehr stark in Abhängigkeit von Witterung und Rebsorte variieren, lässt eine rein auf simplen physiologischen Observationen basierende Analyse nur sehr begrenzt Rückschlüsse auf den tatsächlichen Einfluss der Virusinfektion auf den Stoffwechsel der Pflanze zu.
Um tiefergehende Grundlagen über die Physiologie und Interaktion von Virus und Wirt zu erhalten, soll der bestehende Versuch nun im laufenden Jahr um molekulare Untersuchungen (RNA-Sequenzierung) erweitert werden. Mit Hilfe dieser Methodik können neue wertvolle Erkenntnisse über die Entwicklung und Wechselwirkung von Rebe und Virus gewonnen werden, die sowohl zur Sensibilisierung der Winzer als auch zur Entwicklung von Bekämpfungsstrategien und Züchtungen toleranter bzw. resistenter Rebsorten beitragen werden.