Schlüsselwörter
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Mikro-Wohnungen, Cluster-Wohnungen, demografischer Wandel, 1-2 Personenhaushalte, bezahlbarer Wohnraum, Fallstudien, Modelle, neue Wohnformen Wohnungswirtschaft, Städte, Gemeinden, Genossenschaften
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Kurzbeschreibung
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Die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum für Kleinsthaushalte ist aufgrund des demografischen Wandels stark im Anstieg. Dabei entstehen Angebote mit neuen Wohnformen, wie die sogenannten Mikro- und Cluster-Wohnungen. Im Rahmen einer Vorstudie sollen mögliche Fallstudien als Grundlage für eine weiterführende Studie ermittelt sowie verschiedene Umsetzungsvarianten und Formate zu deren Durchführung geprüft werden. Das angestrebte Forschungsprojekt soll dann untersuchen, in welcher Form neue Wohnformen wie Mikro-Wohnungen und Cluster-Wohnungen als Modell zur zukünftigen Sicherung städtischen Wohnraums für kleinere Haushalte eingesetzt werden können, um 1-2 Personenhaushalten die Möglichkeit zu bieten, in einer Stadt bezahlbaren Wohnraum und gleichzeitig Anschluss an ein soziales Wohnumfeld zu finden.
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Projektziele
(Deutsch)
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Es gilt, in einem ersten Schritt ein zielführendes Vorgehen für die Forschungsabsicht abzuklären. Die eigentliche Untersuchung will ermitteln, wie neue Wohnformen für kleinere Haushalte als Modell zur künftigen Sicherung städtischen Wohnraums eingesetzt werden können. Im Zentrum steht einerseits die Frage der ökonomischen und sozialen Vor- und Nachteile solcher Wohnformen. Andererseits soll die Marktfähigkeit von genossenschaftlich organisierten Modellen im Kontext von konventionell entwickelten Wohnkonzepten eingeschätzt werden. Schlussendlich gilt es, Handlungsempfehlungen zuhanden der Wohnungswirtschaft, der Städte, Gemeinden und Genossenschaften zu erstellen, die eine hohe soziale Verträglichkeit von Kleinstwohnungsmodellen bei gleichzeitig guter Wirtschaftlichkeit erlauben.
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Abstract
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In der Schweiz sind mehr als zwei Drittel aller Haushalte Kleinhaushalte mit einer Grösse von ein bis zwei Personen. Gemäss den Prognosen des Bundesamtes für Statistik dürfte die Zahl der Einpersonenhaushalte in den nächsten 30 Jahren von heute 1,3 Millionen auf 1,7 Millionen Haus-halte ansteigen. Damit folgt unser Land einem allgemeinen Trend zur Individualisierung der Gesellschaft, die mit der zunehmenden Alterung der Bevölkerung und dem schwin-denden Einfluss der Kleinfamilie als gesellschaftlichem Lebensmodell einhergeht. Der Wohnungsmarkt reagiert auf diese gesellschaftliche Entwicklung jedoch nur zögerlich.
Zwei Wohnformen, die in der Schweiz, Deutschland und Österreich schon heute anzutreffen sind, könnten diese Lücke füllen: das sogenannte Mikro- und das Cluster-Wohnen. Der Begriff Mikro-Wohnen bezieht sich auf indivi-duelle Wohnformen, die eine minimale Fläche von ca. 25−35 m2 beanspruchen und durch gemeinschaftliche Angebote im gleichen Gebäude ergänzt werden. Unter dem Begriff Cluster-Wohnen versteht man Wohnformen, die kompakte private Wohnräume und gemeinschaftliche Räu-me miteinander kombinieren. Dazu werden Kleinstwohnungen mit zusätzlichen Gemeinschaftseinrichtungen zu grös-seren Wohneinheiten zusammengefasst. Bei beiden Wohn-formen handelt es sich vorläufig noch um einen Nischen-markt. Zudem sind sie nur in Städten sowie in grossen Stadtagglomerationen zu finden. Für Ein- bis Zweipersonenhaushalte, die ein geringes Einkommen haben oder neue Formen des gemeinschaftlichen Zusammenlebens suchen, könnten sie sich allerdings zu einer Alternative zum konventionellen Wohnungsangebot entwickeln.
Grundsätzlich sind kollektive Wohnangebote stark an Fra-gen des Lebensstils gebunden und je nach Lebensphase unterschiedlich interessant. Sie sprechen ein Publikum an, das Austausch und Miteinander sucht und sich an gemein-schaftlichen Werten orientiert. Das Wohnmodell des Mikro-Wohnens legt den Schwerpunkt stärker auf ein dienstleis-tungsorientiertes Angebot als auf den gemeinschaftlichen Lebensstil. So werden individuelle Wohnungen durch zu-sätzliche Raumangebote auf relativ kleiner Fläche ergänzt. Das Angebot richtet sich überwiegend an Berufstätige, wie «Expats» oder Angestellte mit einer temporären Aufenthaltsdauer.
Bei der Zugänglichkeit der beiden Wohnformen bestehen grosse Unterschiede. Mikro-Wohnangebote bieten in der Regel Mietverträge für eine Dauer von bis zu fünf Jahren an und richten sich an Personen, die sich vorübergehend an einem bestimmten Ort aufhalten. Sie sind bisher nur selten auf eine unbefristete Mietdauer ausgelegt. Bei den Cluster-Wohnprojekten gibt es Zugangshürden, dafür ist die Mietdauer unbefristet. Da die Mehrheit der Cluster-Wohnungen in der Schweiz von Genossenschaften oder Baugruppen angeboten werden, sind für deren Bezug finanzielle Beteiligungen oder Mitgliedsgebühren erforderlich. Es müsste daher untersucht werden, inwiefern sich beide Angebotsformen stärker an permanenten Mietverhältnissen orientie-ren und einen direkten Zugang gewährleisten könnten. Be-sonders wichtig wird sein, dass für Kleinhaushalte mit niedrigem Einkommen ein ausreichendes Angebot besteht, auch wenn zurzeit noch nicht bekannt ist, in welchem Umfang sie solche Wohnformen nutzen und welche Formen der Gemeinschaftlichkeit sie bevorzugen werden.
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