Die Ergebnisse der vorliegenden Untersuchungen legen nahe, dass eine Anpassung der Zusammensetzung und Aktivität von Bodenorganismen nach dem Rückbau eines Gewächshauses nicht innerhalb von Monaten oder ein bis zwei Jahren geschieht, sondern einen Zeitraum von mehreren Jahren in Anspruch nehmen dürfte. Aufgrund der Ergebnisse und des Versuchszeitraums ist jedoch keine zeitliche Abschätzung möglich.
Die vorliegenden Untersuchungen zeigen gleichartige Unterschiede zwischen Gewächshausböden mit Hors-sol-Produktion und ausserhalb der Gewächshäuser liegenden Referenzflächen, wie sie bereits im Vorgängerprojekt festgestellt wurden (HAFNER ET AL., 2019). Sie sind daher als Erweiterung des damaligen Datensatzes nutzbar.
Die Ergebnisse legen nahe, dass eine Veränderung der biologischen Bodenparameter nach einer Bewirtschaftungsumstellung von Hors-sol zu Bodenproduktion nur sehr langsam eintritt. Während sich die mikrobielle Biomasse, die Basalrespiration und der metabolische Quotient an wenigen Standorten leicht in Richtung der Werte auf den Referenzflächen verschoben haben, haben die molekularbiologischen Untersuchungen in keinem der Versuche eine Angleichung der Bakterien- und Pilzgesellschaften der Versuchsflächen an die Referenzflächen gezeigt.
Der Komposteintrag scheint nicht den erwarteten Effekt auf die biologische Aktivität des Bodens zu haben. Ausser einer Erhöhung der organischen Bodensubstanz sind anhand der erhobenen Parameter keine bedeutenden Effekte messbar, wie beispielsweise erhöhte Werte des mikrobiellen Kohlenstoffs. Auch die Zusammensetzung der Mikroorganismen im Boden wurde durch die Kompostgabe nicht beeinflusst. Für Schlussfolgerungen über die Bodenfruchtbarkeit ist es aufgrund der zurzeit noch etwas dürftigen Datenlage in diesem Forschungsgebiet jedoch noch zu früh.