Ziel des Projektes war es das Verwertungspotential von entwässerten Kieswaschschlämmen (KWS) in einem 80 km Einzugsgebiet des Zementwerkes Cornaux im Industriemassstab aufzuzeigen. Von 107 identifizierten Kieswerken blieben nach einer ersten Evaluation 17 geeignete Standorte übrig. Diese wurden beprobt und hinsichtlich ihrer materialtechnischen Eigenschaften (Chemie, Mineralogie, Korngrössenverteilung) in Bezug auf die Klinkerproduktion bewertet. Dazu wurde ein Mischungsrechner erstellt, welcher die optimale Substitution der primären Rohstoffkomponenten des Werkes durch die KWS berechnet und eine frühzeitige Beurteilung ermöglicht. In Laborversuchen wurden geeignete Mischungen gebrannt und die Klinkerzusammensetzung ermittelt.
Für die Werksversuche wurde eine optimierte Mischung aus drei KWS ausgewählt und 170 bzw. 240 Tonnen für zwei Tagesproduktionen (ca. 1200 t) bereitgestellt. Die Werksversuche zeigten, dass 100% des primären Mergels, der ca. 20% des gesamten Rohstoffinputs ausmacht, durch geeignete KWS oder KWS-Mischungen ersetzt werden können. Der produzierte Klinker wies keine messbaren qualitativen Unterschiede zum Referenzprodukt auf. Aufgrund des höheren Wassergehaltes waren jedoch Anpassungen in der Aufbereitung erforderlich.
Die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung von Jura-Cement ergab, dass es bei einer Verwertungsgebühr von 5-15 CHF/t die Verwertung interessant und für gewisse Lieferanten günstiger als die Deponierung ist. Die Umsetzung muss individuell geregelt werden, da die Voraussetzungen bei den Lieferanten sehr unterschiedlich sind. Das Zementwerk Cornaux plant nun mit der Verwertung von Filterkuchen aus der Region zu beginnen.