Im Rahmen des Suchtmonitorings Schweiz wurde die gemeinsame Einnahme von starken Schmerzmitteln, Schlaf- und Beruhigungsmitteln, Psychostimulanzien, Betablocker, Antidepressiva und Neuroleptika mit Alkohol analysiert. «Gemeinsame Einnahme» bedeutet, dass die Einnahme der Medikamente und des Alkohols in einem Zeitfenster stattfindet, in dem eine Interaktion zwischen den beiden Substanzen möglich ist. Von den ab 60- jährigen Befragten (Teilbefragungen des Suchtmonitorings der Jahre 2011, 2013 und 2015) berichteten 20.7% «immer oder fast immer» Alkohol zu konsumieren, wenn sie verschriebene oder frei verkäufliche Medikamente einnehmen. Die Datenanalyse zeigt, dass der chronisch bzw. punktuell risikoreiche Alkoholkonsum der wichtigste Risikofaktor ist. Das heisst, die Prävalenz der gemeinsamen Einnahme von Alkohol und starken Schmerzmitteln oder Schlaf- /Beruhigungsmitteln ist höher bei Personen, die häufiger Alkohol konsumieren.
Bei rund einem Drittel der medikamentengebrauchenden Personen gibt es mindestens einmal monatlich eine gemeinsame Einnahme von Medikamenten und mindestens zwei Gläsern Alkohol.
Die risikoreiche und/oder häufige gemeinsame Einnahme von Alkohol und starken Schmerzmitteln oder Schlaf-/Beruhigungsmitteln ist bei Männern im Allgemeinen höher als bei Frauen und nimmt mit dem Alter zu.