Jährlich werden zwischen 100 000 und 300 000 Personen ambulant wegen grippeähnlichen Erkrankungen behandelt. Die Impfung ist eine zentrale präventive Massnahme, um die Krankheitslast der saisonalen Grippe zu senken. Da die auf dem Markt erhältlichen Impfstoffe nur von kurzfristiger Wirksamkeit sind, und jedes Jahr andere Influenza-Viren zirkulieren, muss die Impfung jährlich wiederholt werden. Sie wird in der Schweiz folgenden Personen empfohlen:
1. Personen ab 65 Jahre,
2. schwangeren Frauen und Frauen, die in den letzten 4 Wochen entbunden haben,
3. Frühgeborenen ab 6 Monaten für die ersten zwei Winter,
4. Personen mit chronischen Krankheiten und
5. Personen welche in der Familie oder im Rahmen ihrer privaten oder beruflichen Tätigkeiten regelmässigen Kontakt zu den oben genannten Personengruppen haben.
In den Jahren 2000–08 sowie 2014–17 wurde jährlich nach der saisonalen Grippeepidemie eine repräsentative Studie in der schweizerischen Wohnbevölkerung durchgeführt. Dabei wurden Haushalte (Fixnetz-Anschlüsse; 2017 zusätzlich Mobiltelefonanschlüsse) mittels CATI kontaktiert. Die Interviews wurden jeweils nur mit Personen durchgeführt, welche einer der folgenden Zielgruppen angehörten:
- Personen ab 65 Jahre
- Personen mit chronischen Krankheiten
- Personen im (privaten oder beruflichen) Umfeld der beiden vorgenannten Personengruppen (nur 2017) sowie
- Personen, die im Gesundheitswesen tätig sind.
Die Studie soll primär die Durchimpfungsrate der Grippeimpfung für die drei nächsten Saisons in den definierten Zielgruppen ermitteln. Sekundär ist zu evaluieren, ob diese Zielgruppen die Grippe-Impfempfehlung kennen und ihr folgen.Gegen Ende der jeweiligen Grippesaison (2018, 2019, 2020, jeweils Mitte März) soll eine repräsentative Befragung in den vier Zielgruppen durchgeführt werden. Die Befragung und die darauf basierend erhaltenen Resultate (insbesondere die Durchimpfungsraten) müssen methodisch vergleichbar sein mit den Befragungen der Vorjahre (2014–17). Die Befragung soll repräsentativ sein für die gesamte Schweiz, für drei Sprachregionen (Deutsch, Französisch, Italienisch/Rätromanisch; gemäss Sprachgebiete BFS) sowie für die Zielgruppen. Um die Repräsentativität bzw. Aussagekraft der Resultate zu garantieren, ist beim Studiendesign der Stichprobenfehler von idealerweise <1,5 %, jedoch nicht höher als 2 %, und für die einzelnen Zielgruppen jeweils nicht höher als 3 % zu berücksichtigen.