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Forschungsstelle
BAG
Projektnummer
17.011006
Projekttitel
Machbarkeitsstudie "Nationales Substanzmonitoring"

Texte zu diesem Projekt

 DeutschFranzösischItalienischEnglisch
Schlüsselwörter
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Kurzbeschreibung
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Executive Summary
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Weiteres Vorgehen
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Publikationen / Ergebnisse
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)
  • illegale Drogen
  • neue psychoaktive Substanzen
Schlüsselwörter
(Englisch)
  • monitoring
  • illicit drugs
  • new psychoactive substances
  • drug checking
Schlüsselwörter
(Französisch)
  • monitorage
  • drogues illégales
  • nouvelles substances psychoactives
Kurzbeschreibung
(Deutsch)

In einer Machbarkeitsstudie wird geprüft, ob ein nationales Substanzmonitoring unter Einbezug sowohl von Datenquellen aus dem Gesundheitsbereich wie dem forensischen Bereich entwickelt werden kann und welche Voraussetzungen dazu erfüllt werden müssen. Daten, welche Rückschlüsse auf die Zusammensetzung der einzelnen Substanzen sowie auf mögliche Gefährdungen für die Konsumierenden zulassen, werden bisher anhand der durch Polizei und Zoll beschlagnahmten Substanzen, der Substanzanalysen aus den Drug Checking-Angeboten, durch Abwassermessungen sowie durch Einzelstudien erhoben. Die einzelnen Datensätze sind bisher voneinander unabhängig, weshalb die Studie die Machbarkeit der Zusammenführung dieser verschiedenen Quellen abklären soll.

Executive Summary
(Deutsch)

In der Schweiz existieren zwei grosse Datenkategorien bezüglich der Analyse von Betäubungsmitteln. Jedes Jahr werden ungefähr 7'500, im Auftrag der kantonalen Staatsanwaltschaft von der Polizei sichergestellten Proben, sowie ca. 2'500 Proben der Drug Checking-Projekte, analysiert. Ausserdem werden Daten durch Projekte wie der Analyse von Injektionsmaterialien, von Abwasser oder von Substanzen, welche an Anlaufstellen mit Konsumräumen abgegeben werden, erfasst. Es werden auch Daten von toxikologischen Analysen (Verkehrsunfälle, Notaufnahmen in Krankenhäusern, Todesfälle) erfasst, für diese existieren jedoch noch keine nationalen Datenbanken.

Obwohl eine grosse Anzahl an chemischen Analysen von Betäubungsmitteln in der Schweiz durchgeführt werden (Kapitel 3), ist man von einem nationalen Monitoringsystem noch weit entfernt. Es handelt sich bis jetzt um ad hoc Datensammlungen deren Herkunft, Vollständigkeit und Repräsentativität im Laufe der Zeit und zwischen verschiedenen Regionen variieren kann (z.B. bezüglich der polizeilichen oder gerichtlichen Strategien, Art der Veranstaltung, Zielpublikum). Manche Datenquellen beziehen fast alle Substanzen ein, während andere Quellen bestimmte Substanzen nicht berücksichtigen. Zum Beispiel sind die Daten des Drug Checking zu den Amphetaminen oder jene der Polizei zum Heroin viel umfassender. Die geographische Abdeckung variiert auch je nach Quelle und einige erfasste Daten (z.B. Streckmittel, Ort der Sicherstellung/Kaufs oder Kaufpreis) werden noch nicht ausgewertet.

Ein nationales Monitoringsystem der illegalen Betäubungsmittel kann ein besseres Verständnis der Verfügbarkeit und des Gebrauchs der Drogen in der Schweiz ermöglichen. Zur Zeit steht weder durch internationale Organisationen noch in den Nachbarländern ein Model zur Verfügung, das übernommen werden könnte. Es werden daher verschiedene Szenarien für die Schweiz vorgeschlagen (Kapitel 4). Die umfassenderen Szenarien schliessen eine Konzeptualisierung der Drogenmärkte sowie die Sammlung der existierenden Daten in einer zentralen Datenbank mit ein. Dies um die Komplementarität der vorhandenen Daten zu nutzen sowie die Notwendigkeit zusätzlicher Datenerhebungen identifizieren zu können. Es werden auch andere Szenarien vorgeschlagen, welche lediglich die vorhandenen Daten mehr oder weniger vertieft auswerten.

Gleichzeitig behandelt die Studie die Schaffung eines Warnsystems für gefährliche Substanzen, die im Umlauf sind, vor. Ein Warnsystem, das die Laboratorien integriert, welche Analysen erstellen, setzt nicht zwingend ein Monitoringsystem voraus, könnte jedoch innerhalb eines solchen realisiert werden. Für ein Warnsystem ist die Erfassung der Informationen, die Risikoanalyse sowie die Kommunikation klar zu definieren.

Schliesslich wäre ein System zur Analyse der Abwässer eine wichtige Ergänzung für ein Monitoringsystem der Betäubungsmittel. Es würde das Monitoringsystem durch verschiedene Aspekte erweitern (regionale Differenzen, Tendenzen, Schätzungen der konsumierten Mengen) und somit eine bessere Übersicht des Drogenmarktes erlauben.

Weiteres Vorgehen
(Deutsch)
Abklärung, ob ein Pilotprojekt «nationales Substanzmonitoring» durchgeführt werden kann/soll.

Anfragen zum weiteren Vorgehen sind an die Projektverantwortliche zu richten:

Marc Marthaler
Eidgenössisches Departement des Innern EDI
Bundesamt für Gesundheit BAG
Direktionsbereich Öffentliche Gesundheit
Abteilung Prävention nichtübertragbarer Krankheiten
Sektion Wissenschaftliche Grundlagen
+41 58 46 96149
Marc.Marthaler@bag.admin.ch

Publikationen / Ergebnisse
(Deutsch)

S. Baeriswyl, F. Labhart, P. Esseiva & F. Zobel (2018). Système de monitorage des substances illicites en Suisse: étude de faisabilité, Rapport de recherche N°96. Lausanne: Addiction Suisse