Vektorübertragene Krankheiten wie Dengue- und Chikungunya-Fieber oder Zikavirusinfektionen sind in der Schweiz meldepflichtig obwohl es bis anhin noch nie zu einer autochthonen Übertragung gekommen ist. Die Vektoren wie z.B. die Tigermücke kommen in gewissen Gebieten der Schweiz jedoch vor. Mit der Ausbreitung und Zunahme der Populationsdichte der Tigermücke (Aedes albopictus) im Südtessin kann nicht mehr ausgeschlossen werden, dass es unter bestimmten Bedingungen zu autochthonen Übertragungen von Arboviren kommen könnte. Denn der Import von reiseassoiziierten Dengue-, Chikungunya- und Zikavirus-Infektions-Fälle in die Schweiz nimmt stetig zu. Infizierte Personen könnten den Ausgangspunkt für autochthone Infektionen im Tessin bilden.
Die Studie hat zum Ziel, zu evaluieren welche Faktoren das Risiko von autochthonen Übertragungen von gefährlichen Arboviren im Tessin beeinflussen. Dazu soll einerseits untersucht werden, ob und in welchem Ausmass Tigermücken im Tessin Träger von gefährlichen Arboviren sind und andererseits unter welchen Voraussetzungen die Tigermücke in der Lage wäre, tatsächlich Viren auf Menschen zu übertragen.