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Forschungsstelle
BWO
Projektnummer
F1-020-17
Projekttitel
Einkommens- und Energiearmut

Texte zu diesem Projekt

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Schlüsselwörter
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Projektziele
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)
Energiearmut
Verhalten bei energetische Sanierungen
Kurzbeschreibung
(Deutsch)

In der Schweiz sind die Haushalte für einen grossen Teil des Energieverbrauchs verantwortlich. Verschiedene Massnahmen der schweizerischen Energiestrategie, die darauf ausgerichtet sind die Energieeffizienz der Haushalte zu verbessern oder den Energieverbrauch im Gebäudesektor allgemein zu senken, können Haushalte in prekären Einkommenssituationen schwer belasten.Wie eine unangemessene Wohnsituation zur Armutsfalle werden kann oder erhöhte Energie- und Mietzinskosten vulnerable Gruppen zum Umzug zwingen sind Fragestellungen, die bis anhin nur am Rande politischer und gesellschaftlicher Diskussionen standen.

Projektziele
(Deutsch)

Das Ziel der Studie ist, den für die Schweiz relevanten Zusammenhang zwischen Einkommensarmut und Energiearmut herzustellen sowie den Zusammenhang einer unzureichenden energetischen Wohnsituation und dem Armutsrisiko und Argumente für eine energiepolitische und gesellschaftliche Auseinandersetzung zu vertiefen. Des Weiteren sind die Bewältigungsstrategien vulnerabler Gruppen sichtbar zu machen, welche von hohen Kosten durch energetische Sanierungen oder durch hohe Energiekosten in unsanierten Wohnungen betroffen sind und deren fehlende Teilhabe an umweltpolitischen und gesellschaftlichen Anliegen aufzuzeigen. Zusätzlich sollen mögliche Unterstützungsangebote zur Entlastung ebendieser Haushalte erfasst werden.

Abstract
(Deutsch)
In der Schweiz sind die Haushalte für einen signifikanten Anteil des gesamten Energieverbrauchs verantwortlich. Diverse Massnahmen der Energiestrategie 2050 zielen in der Folge auf die Verbesserung der Energieeffizienz der Haushalte und des Gebäudesektors ab. Dabei kommen Fördermittel und Steuerentlastungen in erster Linie Hauseigentümerinnen und Hauseigentümern zugute, während Mieter und Mieterinnen nach einer Sanierung oft mit erhöhten Mietkosten rechnen müssen. Das im Auftrag des BWO durchgeführte Forschungsprojekt der ZHAW untersuchte einerseits die Frage nach dem Verhältnis zwischen Einkommens- und Energiearmut. Andererseits wurden die Be-wältigungsstrategien von sogenannten vulnerablen Grup-pen sichtbar gemacht, die entweder von Energiearmut be-troffen oder durch Energiearmut gefährdet sind oder aufgrund einer energetischen Sanierung eine erhöhte Wohnkostenbelastung aufweisen. Als dritter Schwerpunkt wurden mögliche Hilfeleistungen für Haushalte mit tiefem Einkommen untersucht. Folgende Resultate aus der explorativen Studie konnten gewonnen werden:
  • Vulnerable Gruppen sind aufgrund der oft sanierungsbedürftigen Wohnungen besonders häufig von baulichen Massnahmen, Wohnungswechseln, un-genügenden Infrastrukturen, nicht beeinflussbaren Energiekosten und deren finanziellen Folgen betroffen. Die Auswertung von Fragebogen und Betroffe-nen- sowie Experteninterviews zeigt auf, dass die Mehrheit der Betroffenen mit tiefem Einkommen oder Sozialhilfebezug in günstigen, unsanierten Liegenschaften wohnt und nach einer allfälligen Sanierung mit erhöhten Mietkosten konfrontiert ist. Die im Projekt geführten Gespräche zeigen, dass die meis-ten von einer Sanierung betroffenen Haushalte eine neue Wohnung suchen mussten. Auffallend ist, dass vulnerable Gruppen zur Begleichung der Energiekosten oder zum Ausgleich von erhöhten Mietkosten vor allem beim Grundbedarf sparen. Zudem entwickeln sie zur Einsparung von Energiekosten selektive Heiz- und Beleuchtungspraxen. Aufgrund des tiefen Einkommens verfügen vulnerable Gruppen nur über beschränkte Handlungsmöglichkeiten, ihre Energiekosten effektiv zu reduzieren, was für Betroffene psychische und physische Beeinträchtigungen zur Folge haben kann.
  • Die im Ausland erarbeiteten Ansätze zur Definition und Messung von Energiearmut können aufgrund der Datenlage sowie unterschiedlichen Preis- und Kostenniveaus nicht einfach auf die Schweiz übertragen werden. Die Verfasser der Studie schlagen daher ein Monitoring auf kleinräumiger Ebene paral-lel zu einer Primärdatenerhebung mit qualitativen Befragungen vor.
Als Erkenntnis zuhanden der Politik wird festgehalten, dass der blinde Fleck der Energiewende in der Fokussierung auf ökologische und ökonomische Ziele liegt. Die theoretische und empirische Analyse veranschaulicht, wie die sozialen und ökonomischen Folgen der Energiewende für vulnerable Gruppen in den meisten politischen Institutionen und Parteien ausser Acht gelassen werden. Ein zentrales Anliegen ist somit die Vernetzung der drei Politikfelder Energiepolitik – Wohnpolitik – Sozialpolitik. Die Entlastung einkommensschwacher Haushalte beim Umbau des Energiesystems darf laut den Autoren daher nicht in der alleinigen Verantwortung der staatlichen Sozialpolitik stehen, sondern muss als eine Kernaufgabe der Energie- und Effizienzpolitik betrachtet werden.
Die Studie steht auf der Website des BWO zur Verfügung: www.bwo.admin.ch > Das BWO > Publikationen > Forschungsberichte
Abstract
(Französisch)
En Suisse, les ménages sont à l’origine d’une part significative de la consommation totale d’énergie. Aussi la Stratégie énergétique 2050 prévoit-elle différentes mesures pour améliorer l’efficacité énergétique des ménages et du secteur du bâtiment. Or les aides financières et les allégements fiscaux bénéficient avant tout aux propriétaires, alors que les locataires doivent souvent faire face à une hausse de loyer après une rénovation. Dans le cadre du projet de recherche mandaté par l’OFL, la Haute école zurichoise des sciences appliquées (ZHAW) a étudié, d’une part, la relation entre pauvreté monétaire et précarité énergétique. Elle a mis en évidence, d’autre part, les stratégies d’adaptation mises en place par les groupes dits «vulnérables», à savoir les ménages touchés ou menacés par la précarité énergétique ou confrontés à une augmentation du coût du logement due à un assainissement énergétique. Un troisième objectif consistait à examiner les aides envisageables pour les ménages à faible revenu. L’étude exploratoire a dégagé les résultats suivants:
  • Les groupes vulnérables, qui vivent fréquemment dans des logements nécessitant des travaux, sont particulièrement souvent touchés par des mesures de construction, des déménagements, des infrastructures insuffisantes, des coûts énergétiques non influençables ainsi que les conséquences financières qui en découlent. Il ressort des réponses au questionnaire et des interviews de personnes concernées et d’experts que la majorité des personnes touchant un faible revenu ou l’aide sociale habitent des immeubles bon marché et non assainis et que, si assainissement il y a, elles doivent faire face à une augmentation des frais de location. Les entretiens menés dans le cadre du projet révèlent que la plupart des ménages touchés par une rénovation ont dû chercher un autre logement. Il est frappant de constater que, pour parvenir à régler leur facture énergétique ou à compenser la hausse des frais de location, les groupes vulnérables se privent avant tout de biens de base. De plus, ils adoptent des pratiques sélectives en matière de chauffage et d’éclairage afin d’économiser sur les coûts énergétiques. Leur faible revenu restreint leurs possibilités de réduire efficacement leur facture énergétique, ce qui peut entraîner des troubles psychiques ou physiques chez les personnes concernées
  • Les approches développées à l’étranger pour définir et mesurer la précarité énergétique ne sont pas aisément transposables à la Suisse, pour des raisons de disponibilité des données et de différence de niveau des prix et des coûts. Les auteurs de l’étude proposent par conséquent un monitoring à petite échelle combiné à une collecte de données primaires au moyen d’enquêtes qualitatives.
  • Le constat qui se dégage pour la politique, c’est que l’angle mort de la transition énergétique découle de l’accent mis sur les objectifs écologiques et économiques. L’analyse théorique et empirique révèle combien les conséquences socioéconomiques de la transition énergétique pour les groupes vulnérables sont ignorées par la plupart des institutions et partis politiques. Il est dès lors essentiel de mettre en réseau les trois politiques concernées, à savoir la politique énergétique, la politique du logement et la politique sociale. Selon les auteurs, soulager les ménages à faible revenu du fardeau de la transition énergétique ne relève pas de la seule politique sociale, mais doit être considéré comme une tâche centrale de la politique énergétique.

L’étude (en allemand, avec un résumé en allemand et en français) peut être consultée sur le site internet de l’OFL: www.ofl.admin.ch > L’OFL > Publications > Rapports de recherche