Die Studie zu Tages- und Nachtstrukturen ist das G05 aus dem Forschungskatalog des Förderprogramms «Entlastungsangebote für betreuende Angehörige 2017–2020». Die Tages- und Nachtstrukturen für kranke, behinderte, psychisch beeinträchtigte und ältere Personen spielen eine zentrale Rolle bei der Entlastung betreuender Angehöriger. Das Forschungsmandat nahm eine vertiefte Analyse der Einflussfaktoren der Inanspruchnahme solcher intermediären Strukturen vor, die einen vorübergehenden, stunden- oder tageweisen Aufenthalt in einer Institution ermöglichen. Die Analyse zeigt eine grosse Vielfalt an Angeboten in der Schweiz, offenbart aber teilweise auch fehlende Bedarfsgerechtigkeit und Versorgungslücken im Kinder- und Erwachsenenbereich auf. Der entscheidende Einflussfaktor für die Nutzung einer Tages- oder Nachtstruktur ist der Leidensdruck der Angehörigen. Eine bedeutende Rolle spielen zudem der Pflege- und Betreuungsbedarf, die Lebenslage der Nutzer/innen und ihrer Angehörigen, die Finanzierung des Aufenthalts, das konkrete Angebot in der Region sowie die Niederschwelligkeit der Tages- und Nachtstruktur. Geachtet wird auf flexible Öffnungszeiten, kurzfristige Nutzungsmöglichkeiten und die Möglichkeiten der Fahrdienste. Handlungsbedarf besteht mit Blick auf das Schliessen von Versorgungslücken sowie einer Ausrichtung auf bedarfsgerechtere Ausgestaltung bestehender Angebote. Zudem sind verbesserte Information und die Begleitung von betreuenden Angehörigen notwendig, eine gezieltere Gestaltung der Schnittstellen und Übergänge zwischen ambulant-aufsuchender, intermediärer und stationärer Versorgung sowie das Schliessen von Finanzierungslücken, damit die externe Betreuung auf für kleinere Haushalteinkommen bezahlbar ist.