Die Studie ist das Forschungsmandat G12 aus dem Förderprogramm «Entlastungsangebote für betreuende Angehörige 2017-2020». Sie zeigt auf, wie die Thematik der Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Angehörigenbetreuung in Schweizer Betrieben angegangen wird. Eine Online-Erhebung in 2287 Betrieben bildet die Hauptinformationsquelle der Studie. Ergänzend wurden Literaturanalysen, Vertiefungsgespräche mit betroffenen Betrieben sowie ein Validierungsworkshop mit Praxisvertreter/innen durchgeführt. Jeder fünfte Betrieb hat in den letzten drei Jahren wissentlich Erfahrungen mit Mitarbeitenden gemacht, die Angehörige betreuen und bei denen die Vereinbarkeit mit der Erwerbstätigkeit zum Thema wurde. Die Studie zeigt, dass Betriebe sich aktiv engagieren und Massnahmen umsetzen, sobald sie von konkreten Situationen betroffen sind. Jedoch setzen sie sich selten unabhängig vom Einzelfall und auf strategischer Ebene mit der Thematik auseinander. Eine knappe Mehrheit der Betriebe befürwortet grundsätzlich moderate Erweiterungen des gesetzlichen Regelwerks. Gleichzeitig weisen die Betriebe auf Vorteile von individuellen Vereinbarungen hin. Handlungsbedarf besteht bei der Sensibilisierung für die Thematik und bei der Inanspruchnahme von betriebsexternen Beratungsangeboten.