Für den Einsatz von flüssigem und festem Gärgut in der Landwirtschaft bestehen offene Fragen betreffend Ertragswirkung, Stickstoffausnutzung und –verlustpotential. Gärgut könnte zudem zu einer Verbesserung der Stickstoffversorgung im Biolandbau beitragen und Pflanzenkohle möglicherweise Stickstoffverluste verringern.
Das Ziel des Projekts Recycle4Bio war es, die Wirkungen von Gärgut im Vergleich zu Rindergülle und von Pflanzenkohle als Düngerzusatz in einem mehrjährigen Feldversuch unter Bedingungen des Biolandbaus in der Schweiz zu untersuchen. Dabei wurden neben den agronomischen Erhebungen auch Nitratauswaschung und im Schwesterprojekt GHG-Recycle4Bio Ammoniakverluste und Lachgasemissionen als wichtige Verlustpfade gemessen.
In den ersten drei Jahren zeigte der Feldversuch eine apparente Stickstoffausnutzung von etwa 30% für die flüssigen organischen Dünger, mit einer Tendenz für höhere Ausnutzung bei den vergorenen Düngern aus Biogasanlagen als bei herkömmlicher Rindergülle, und von etwa 5% für festes Gärgut. Die Zugabe von Pflanzenkohle zu Biogasgülle senkte die Stickstoffausnutzung, erhöhte sie aber beim festen Gärgut. Die vergorenen Dünger zeigten höhere Ammoniakverluste als Rindergülle, während bei Nitratauswaschung und Lachgasemissionen keine signifikanten Unterschiede zwischen den Verfahren auftraten.
Das Management der vergorenen flüssigen organischen Dünger muss optimiert werden, um hohe Ammoniakverluste zu vermeiden und die Stickstoffversorgung der Pflanzen zu verbessern. Zudem muss der Einfluss von Pflanzenkohle auf Methanemissionen untersucht werden. Da keine negativen Auswirkungen auf die Produkt- und Bodenqualität gefunden wurden, kann Gärgut als Stickstoffquelle für den Biolandbau empfohlen werden.