Die vorliegende systematische Literaturübersicht ging den Fragen nach, welche Erkenntnisse zum Thema Suizid in der Landwirtschaft in der Schweiz vorliegen, und welche wissenschaftlichen Resultate für die Schweizer Landwirtschaft relevant sind. In Anlehnung an einen Public-Health-Ansatz wurde die Literatur entlang folgender Kategorien analysiert: Charakteristika der Untersuchungsgruppe; Risikofaktoren für Suizid in der Schweizer Landwirtschaft; Situation von Hinterbliebenen; Prävention; Forschungslücken.
Zum einen wurde der Forschungsstand in der Literatur aufgearbeitet und zum anderen wurden Perspektiven von Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Praxis und Verwaltung erfasst. Aufgrund dieser Erkenntnisse wurden dann relevante Wissenslücken identifiziert.
Die Resultate zeigen, dass das Thema «Suizid in der Schweizer Landwirtschaft» bisher kaum erforscht wurde und weniger von konkreten Forschungslücken gesprochen werden kann, als vielmehr von Forschungsbedarf und inwiefern dieser für wen relevant ist.
Über die Situation der Betroffenen ist in der Schweiz wenig bekannt. Zudem sind fundierte Kenntnisse nötig zu Risiko- und Schutzfaktoren auf verschiedenen Ebenen und deren Zusammenspiel für eine evidenzbasierte (Weiter-)Entwicklung und Evaluation von Präventionsstrategien. Die Situation von Hinterbliebenen in der Landwirtschaft ist von speziellen Schwierigkeiten geprägt, taucht heute jedoch nur am Rand der Diskussion auf.
Ein besonderer Fokus sollte künftig auf das Verhalten der Betroffenen gerichtet sein im Hinblick auf deren Suche nach Unterstützung und Reaktion auf Angebote und Interventionen von Aussenstehenden. Bereits vorhandene Präventionsmassnahmen in der Schweiz sind zu berücksichtigen, koordinieren, evaluieren und allenfalls auszubauen.