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Forschungsstelle
BLW
Projektnummer
17.01
Projekttitel
Prüffutter für die Selektion von Schweinen auf Proteineffizienz

Texte zu diesem Projekt

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Schlüsselwörter
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Kurzbeschreibung
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Erwartete Erkenntnisse/ Nutzen, Nutzniesser
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Projektziele
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Publikationen / Ergebnisse
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)
Genotyp, Fütterung, Selektion, Proteineffizienz, Ressourceneffizienz, Soja, Schweinen
Schlüsselwörter
(Englisch)
genotype, ressource efficiency, protein efficiency, soja, animal housing, pigs, selection
Schlüsselwörter
(Französisch)
génotype, efficacité des ressources, efficacité protéique, soja, élevage, cochon, sélection, porc
Kurzbeschreibung
(Deutsch)
Der Import von Eiweissträgern für die Schweinefütterung wird kritisch gesehen. Ein mögliches Zukunftsszenario ist, dass künftig weniger Eiweiss für die Schweinefütterung verfügbar sein wird. Es stellt sich daher die Frage, ob unsere heutige Selektionsstrategie angepasst werden muss. Dies ist abhängig vom Ausmass an Genotyp x Umwelt (hier Eiweissgehalt des Futters) Interaktionen. Wenn es solche Interaktionen gibt und wir davon ausgehen, dass dieses Zukunftsszenario eintreten wird, müssen die Prüffutter an die künftig zu erwartende Futterzusammensetzung angepasst werden. Mit einem Fütterungsversuch an der MLP Sempach soll das Ausmass der Genotyp x Futter – Interaktion geklärt werden. Die zu erwartende Entwicklung in der Schweinefütterung wird untersucht. Darauf basierend wird ein Konzept für die Anpassung der Fütterung bei den Leistungsprüfungen abgeleitet. Eine effiziente Selektion von Tieren, die auch unter künftigen Rahmenbedingungen gesunde Schweine mit guten Leistungen, hoher Fleischqualität und robustem Fundament sicherstellt, ist für die internationale Wettbewerbsfähigkeit des eigenständigen Zuchtprogramms entscheidend.
Erwartete Erkenntnisse/ Nutzen, Nutzniesser
(Deutsch)
Ein mögliches Zukunftsszenario ist, dass in der Schweinefütterung eiweissärmeres Futter zum Einsatz kommt als heute. Ob die Leistungsprüfungen und die Selektion für dieses Szenario angepasst werden sollten, ist abhängig vom Ausmass der Genotyp x Futter Interaktion. Der vorgeschlagene Fütterungsversuch liefert die dazu notwendigen Entscheidungsgrundlagen.
Eine effiziente Selektion von Tieren, die auch unter künftigen Rahmenbedingungen gesunde Schweine mit guten Leistungen, hoher Fleischqualität und robustem Fundament sicherstellt, ist für die internationalte Wettbewerbsfähigkeit des eigenständigen Zuchtprogramms entscheidend.
Eine Schweinegenetik, die auch unter eiweissärmerer Fütterung wirtschaftlich gemästet werden kann, produziert Fleisch, das mit weniger umstrittenen Soja-Importen auskommt und eine bessere Umweltbilanz aufweist. Dies ist ein wesentlicher Beitrag zur Verbesserung der Ressourceneffizienz, einem wichtigen Pfeiler der aktuellen Agrarpolitik des Bundes.
Projektziele
(Deutsch)
Mit einem Fütterungsversuch an der Prüfstation in Sempach wird das Ausmass von Genotyp x Futter-Interaktion für die Routinemerkmale der Stationsprüfung und alternative Futtereffizienzmerkmale untersucht. Auf Basis dieser Resultate werden die aktuelle Zuchtstrategie auf Futtereffizienz überprüft und Vorschläge für die allfällige Anpassung abgeleitet.
Publikationen / Ergebnisse
(Deutsch)

Ziel des Versuchs war die Untersuchung einer allfälligen Interaktion zwischen Genotyp und dem Aminosäuregehalt des Prüffutters bei der Selektion auf Futter- bzw. Stickstoff (N)-Effizienz. Eine Interaktion hätte zur Folge, dass je nach AS-Gehalt im Futter andere Tiere als effizient selektiert würden.

Im Vergleich zum regulären Prüffutter (Kontrolle) verfügte das AS reduzierte Futter über 77% (Jager) bzw. 68% (Ausmast) des Lysin-Gehalts. Das Prüffutter hat höhere Eiweissgehalte als die Norm (Agroscope 2016). Gegenüber der Norm verfügt das AS reduzierte Jager- wie auch das Ausmastfuttter über 85% des Rohprotein- oder verdaulichen Lysin-Gehalts. Die beiden Futtervarianten unterschieden sich nicht im Energiegehalt.Als Kontrolltiere dienten die regulären 2 Prüftiere pro Wurf der Endprodukteprüfung von PREMO®-Ebern. Als Versuchstiere wurden 2 zusätzliche Wurfgeschwister eingestallt. Anstelle der geplanten 192 Tiere konnten nur 189 eingestallt werden. Mit dem AS reduzierten Prüffutter gab es mehr medizinische Tierbehandlungen und mehr Tiere, welche die Prüfung nicht regulär abgeschlossen haben. Vom vereinzelt aufgetretenen Schwanzbeissen waren nur AS reduziert gefütterte Prüftiere betroffen. Aufgrund dieser Feststellungen wurden alle Tiere mit AS reduziertem Futter im Tierversuchsbericht retrospektiv mit Schweregrad
1 eingeteilt.

Tiere mit AS reduzierter Fütterung (ad libitum) haben pro Tag gleich viel gefressen wie die Kontrolltiere. Mit der AS reduzierten Fütterung waren Zunahmen, Futterverwertung und Fleischigkeit schlechter als mit dem regulären Prüffutter, die Stickstoff-Effizienz aber besser. Einige Merkmale der Fleischqualität veränderten sich in unerwünschte Richtung (Tropfsaftverlust und MUFA erhöht).

Der statistische Test auf eine Interaktion zwischen Wurf und Prüffutter war signifikant für die Masttageszunahmen, nicht aber für die tägliche Futteraufnahme, die Fleischigkeit oder Fleisch- und Fettqualitätsmerkmale.

Eine parallel zum Versuch durchgeführte Bachelor-Arbeit der HAFL hat mittels Interviews in der Schweinebranche gezeigt, dass das künftige Futter weniger Rohprotein enthalten wird. Inwieweit jedoch der AS-Gehalt im Futter sinken wird, wurde aus der Arbeit nicht so klar. Er wird aber mit Sicherheit eher sinken als ansteigen.

Für die Selektion der Schweine bedeutet dies, dass der AS-Gehalt im Prüffutter tendenzmässig sinken sollte. Dabei gibt es folgende Herausforderungen:
- Eine zu starke Absenkung führt zu Problemen mit Tierwohl und ist für die Prüfbetriebe
wirtschaftlich nicht interessant. D.h. es kommt nur eine schrittweise Absenkung
in Frage.
- Im SUISAG-Zuchtprogramm werden Tiere in verschiedenen Betrieben geprüft:
o Prüfstation MLP Sempach
o Zuchtbetriebe im Herdebuch
o Testbetriebe in der Produktionsstufe (Endprodukteprüfung).

An der Prüfstation wäre eine AS-Absenkung am einfachsten zu realisieren. Aber nur mit einer starken Gewichtung der Masttageszunahme und der Futterverwertung der MLP im Zuchtziel könnte ein gewisser Effekt unter Praxisbedingungen erzielt werden. Die Fütterungsbedingungen auf den verschiedenen Zucht- und Testbetrieben sollten erhoben und bezüglich Interaktionseffekten ausgewertet werden.

Die Resultate des Versuchs und seine Auswirkungen auf die künftige Ausgestaltung der Prüfbedingungen werden nun in den zuständigen Fachgremien diskutiert. Bevor eine Anpassung des Prüffutters an der Prüfstation erfolgen kann, sollte mit einem Folgeversuch ein mögliches künftiges Prüffutter getestet werden. Neben dem Grad der Absenkung des AS-Gehalts gilt es die weiteren Anpassungen mit Fütterungsspezialisten zu klären.