Die geltende Agrarpolitik in der Schweiz schützt die landwirtschaftlichen Betriebe mit einem hohen Grenzschutz vor wettbewerbsstarken Produkten aus dem Ausland. Damit kann eine Preisdifferenz gegenüber dem Ausland entlang der ganzen Wertschöpfungskette aufrechterhalten werden. Die Preisdifferenz führt zu Rentenbildung, einer verringerten Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft und zu hohen Kosten für die Konsumenten. Es dürfte eine Frage der Zeit sein, bis der Grenzschutz autonom oder aufgrund eines äusseren Drucks reduziert wird und sich die Betriebe vermehrt mit der ausländischen Konkurrenz auseinandersetzen müssen. Um die Landwirtschaft darauf vorzubereiten hat man bis anhin vor allem versucht die Strukturen so zu beeinflussen, dass grössere Einheiten entstehen. Eine Forcierung dieser Entwicklung wird jedoch beschränkt durch die dichte Besiedelung der Schweiz, durch die Topografie des Landes, durch die politischen Realitäten und die Erwartung der Bevölkerung an die Landwirtschaft. Ein Blick über die Grenzen nach Deutschland und Frankreich zeigt auch, dass eine grossräumige Struktur zwar einen Beitrag leisten kann, aber lange kein Garant für den wirtschaftlichen Erfolg landwirtschaftlicher Betriebe ist. Eine Frage, die deshalb noch nicht abschliessend beantwortet ist, ist wie Betriebsstrategien aussehen, die auch unter der Prämisse weniger Grenzschutz mit Schweizer Rahmenbedingungen in der landwirtschaftlichen Produktion wirtschaftlich erfolgreich sind. Im Mittelpunkt stehen soll dabei der landwirtschaftliche Haushalt und dessen Einkommen. Dies impliziert, dass umfassende Strategien betrachtet werden, die zum Beispiel auch einen Nebenerwerb ausserhalb der Landwirtschaft beinhalten können.