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Forschungsstelle
BAFU
Projektnummer
8T20/16.0152.PJ
Projekttitel
Klimarelevanz organischer Böden: Moorregeneration, Rewetting als Klimaschutzmassnahme II

Texte zu diesem Projekt

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Schlüsselwörter
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Kurzbeschreibung
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Projektbeschreibung
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Projektziele
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Umsetzung und Anwendungen
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)

Treibhausgase, Flachmoor, Überschüttung, Treibhausgasinventar, Klimaschutz, Landnutzungssektor

Kurzbeschreibung
(Deutsch)

Das Ziel dieser Forschungsaktivität ist, das Verständnis und die Datenverfügbarkeit zur Klimarelevanz von Mooren mit Feldmessungen auf repräsentativen Standorten (hier: Flachmoor) zu verbessern.

Die Aktivität war als Fortsetzung des erfolgreichen Projekts „13.0057.KP Moorregeneration, Rewetting als Klimaschutzmassnahme“ konzipiert worden, wo der Messbetrieb über die eigentliche Wiedervernässung hinaus fortgesetzt und ausgeweitet werden sollte. Das Versuchsfeld in Cressier NE musste jedoch abgebaut werden, nachdem der Bewirtschafter mit Abschluss der ersten Phase die Zusammenarbeit unerwartet aufgekündigt und gedroht hatte, die Messapparatur zu zerstören. Dem Projektteam war es nach aufwendigen Abklärungen gelungen, einen gleichwertigen Ersatz für das zwangsweise abgebrochene Rewetting-Experiment ausfindig zu machen. Das Augenmerk liegt neu auf der Überschüttung organischer Böden. Ziel ist, die Klimawirksamkeit dieser Meliorationsmassnahme, deren Bedeutung in der Schweiz zunehmen wird, erstmals quantitativ beurteilen zu können. Die Fragestellung ist – wie beim ursprünglichen Projekt – sowohl für die Klimaberichterstattung als auch für die Entwicklung klimapolitischer Massnahmen von Interesse.

Projektbeschreibung
(Deutsch)

Auf dem Versuchsgelände in Rüthi SG werden mit der Eddy-Kovarianz–Methode (CO2, CH4) und automatisierten Kammermessungen (N2O) Treibhausgasbilanzen für Referenz- und Überschüttungsflächen erstellt. Die Charakterisierung des Standorts erfolgt über Bodenprofile und eine kontinuierliche Erhebung von bodenhydrologischen und mikrometeorologischen Daten sowie der Bewirtschaftungsdaten (Ernte, Düngung).

Projektziele
(Deutsch)

Mehrjährige Messung der Treibhausgasflüsse auf einem landwirtschaftlich genutzten organischen Boden (ehemaliges Flachmoor) zur Beurteilung der Klimawirksamkeit einer Überschüttung.

Umsetzung und Anwendungen
(Deutsch)
Landwirtschaftlich genutzte ehemalige Moorböden weisen hohe Treibhausgasemissionen auf. Eine Überschüttung mit mineralischem Bodenmaterial gilt gemeinhin als wirksame Meliorationsmassnahme, um derartige Flächen langfristig in Nutzung halten und zugleich ihren klimatischen Einfluss mindern zu können.
In diesem Forschungsprojekt wurde erstmalig der Einfluss einer mineralischen Überschüttung auf die Treibhausgasbilanz eines ehemaligen Moores quantifiziert. Gemessen wurden Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O) auf der Überschüttung gegenüber einer Referenzfläche. Die intensive Nutzung des drainierten Moores im St. Galler Rheintal verursachte je nach Grundwasserstand stark abweichende Emissionen innerhalb der Messperiode (2018-2021): Bei einem mittleren Wasserstand von -70 cm im Trockenjahr 2018 betrugen die Netto-Kohlenstoffverluste ca. 8 t C pro ha und Jahr. Im Jahr 2021, mit einem mittleren Wasserstand von -28 cm, verringerten sie sich auf unter 2 t C pro ha und Jahr. Diese Emissionen fanden überwiegend in Form von CO2 statt, der Anteil an CH4 war meist vernachlässigbar.
Zentrales Ergebnis der Studie ist, dass die mineralische Überschüttung die Netto-Kohlenstoffverluste nicht entscheidend beeinflusst. Die Resultate lassen weiterhin den Schluss zu, dass eine Anhebung des Grundwasserspiegels – im Idealfall bis zu einer vollständigen Sättigung des Torfkörpers – die Kohlenstoffverluste aus einem überschütteten Moorboden reduzieren würde.
Für N2O wurde ein abweichendes Verhalten gemessen: Die Überschüttung reduzierte die N2O-Emissionen in den drei Messjahren (2019-2021), in denen eine Bilanz mit allen drei Treibhausgasen erstellt wurde, um einen Faktor zwischen 3 und 10. Prozentual lag der mittlere N2O-Anteil an den Gesamttreibhausgasemissionen (CO2-eq) auf der Referenzfläche mit 28% deutlich höher als auf der überschütteten Fläche (7%). In einem der drei Jahre bewirkte der N2O-Effekt eine klare Reduktion der Treibhausgasemissionen gegenüber der Referenzfläche.