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Forschungsstelle
BLW
Projektnummer
16.12
Projekttitel
Determinanten des Risikomanagements in der Schweizer Landwirtschaft am Beispiel von Drosophila suzukii (DROSOPHRISK)

Texte zu diesem Projekt

 DeutschFranzösischItalienischEnglisch
Schlüsselwörter
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Kurzbeschreibung
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Projektziele
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Publikationen / Ergebnisse
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)

 Drosophila suzukii, Kirschessigfliege, Risikomanagement, Spezialkulturen, Pflanzenschutz

Schlüsselwörter
(Englisch)
Drosophila suzukii, spotted wing drosophila,  risk management, special crops, plant protection
Schlüsselwörter
(Französisch)
Drosophila suzukii, drosophile japonaise,  gestion des risques, cultures spéciales, protection des plantes
Kurzbeschreibung
(Deutsch)

Der Umgang mit Risiken und die Wahl adäquater Risikomanagementstrategien ist ein elementarer Bestandteil landwirtschaftlicher Produktion.

Das Projekt trägt zum Wissenszuwachs in diesem Bereich bei, dazu werden innovative Ansätze zur Risikopräferenz- und Risikowahrnehmungsmessung mit spezifischer Fokussierung auf die Kirschessigfliege angewendet und weiterentwickelt. In einer Serie von Erhebungen über drei Jahre und vier Kulturen (Wein, Beeren, Kirschen und Zwetschgen) werden die Intensität des Befalls durch die die Kirschessigfliege in Raum und Zeit, die ökonomischen Verluste auf Seiten der Produzenten und die angewandten Risikomanagementstrategien der Landwirte erfasst. Darüber hinaus werden betriebs- und betriebsleiterspezifische Merkmale, inkl. Risikopräferenzen und –wahrnehmung, erhoben.

Erkenntnisse über gewählte Strategien, Schäden und deren Determinanten werden analysiert und liefern so wertvolle Grundlagen für die Praxis. Ein enge Einbindung von Kultur- und regionsspezifischer Akteure stärkt diesen Aspekt. Durch den Einbezug der Forschung im Bereich Ökonomie und der angewandten Forschung im Bereich Entomologie und Produktion ist das Projekt interdiszoplinär ausgerichtet.

Projektziele
(Deutsch)

Das Ziel dieses Projekts war zu analysieren,
(a) welche Risiken und Mehrkosten Schweizer Steinobst- (Kirschen und Zwetschgen), Beeren- und TraubenproduzentInnen durch die Drosophila suzukii (D. suzukii) wahrnehmen,
(b) welche Massnahmen ProduzentInnen nutzen, um einen Befall zu bekämpfen oder mittels präventiver Strategien zu vermeiden,
(c) was die beobachtete Heterogenität in den gewählten Strategien erklärt, und
(d) welche Implikationen sich daraus für Politik und Beratung ableiten lassen.

Publikationen / Ergebnisse
(Deutsch)

In einer dreijährigen Umfrage (2016-2018) unter Schweizer Steinobst- (Kirschen und Zwetschgen), Beeren- und TraubenproduzentInnen wurden insgesamt 1926 Befragungen durchgeführt. Diese Daten wurden im Folgenden in verschiedenen Subprojekten statistisch ausgewertet. Zentrale Erkenntnisse können wie folgt zusammengefasst werden:
1. Viele Schweizer Steinobst- (Kirschen und Zwetschgen), Beeren- und TraubenproduzentInnen sind durch die D. suzukii betroffen. Obschon der Grossteil der Schweizer Kirschen-, Trauben- und Zwetschgenproduktion nicht von D. suzukii befallen wurde und Ertragseinbussen verursachten, sind insbesondere entstehende Mehrkosten für schadensvermeidenden Massnahmen essentiell. So gaben 80% der ProduzentInnen an, dass sie aufgrund der D. suzukii mit zusätzlichen Kosten konfrontiert sind.
2. Befall und wahrgenommene Befallsrisiken sind stark kultur-, regions- und sortenabhängig. Für einzelnen Jahre und Sorten wurden hohe Befallsraten identifiziert. Zum Beispiel waren im Jahr 2016 waren dabei mehr als 60% der Blauburgunderfläche befallen. Generell wurde bei den roten Rebsorten ein höherer Befall festgestellt als bei weissen Rebsorten. Bei den Kirschen, Beeren und Zwetschgen wurden die meist spätreifenden Früchte als stärker von den D. suzukii befallen wahrgenommen.
3. Die Mehrheit der ProduzentInnen verwendet ein Bündel von Massnahmen um mit dem Befall umzugehen, z.B. den Einsatz von (verschiedenen) präventiven Massnahmen und der Applikation von Insektiziden. Insgesamt sind präventive Massnahmen am verbreitetsten, aber auch der Insektizideinsatz spielt eine grosse Rolle. In der Traubenproduktion wird das Steinmehl Kaolin sehr häufig zum Schutz der Kulturen eingesetzt.
4. Die verwendeten Strategien sind sehr heterogen. Dies ist sehr kultur- und sorten-spezifisch, aber insbesondere auch durch die Charakteristika des Betriebs und Präferenzen und Eigenschaften des Betriebsleiters/der Betriebsleiterin. So ist zum Beispiel der Einsatz präventiver Massnahmen in der Kirschproduktion verbreiteter als in der Zwetschgenproduktion und ProduzentInnen die denken, ihre Produktion besonders gut steuern zu können sind besonders wahrscheinlich präventive Massnahmen umsetzen.
5. ProduzentInnen erhalten meistens Informationen von öffentlichen Institutionen wie die kantonale Fachstellen oder Agroscope. Die Informationsquelle hat einen massgeblichen Einfluss auf die von den ProduzentInnen gewählten Massnahmen gegen die D. suzukii. Zum Beispiel erhöht der Zugang zu Informations- und Beratungskanälen den Einsatz präventiver Massnahmen.