Die Problematik der Entstehung bakterieller Resistenzen in Kälbermastbetrieben verlangt Strukturänderungen von Arbeitsabläufen und Behandlungsstrategien. Im vorliegenden Projekt sollen alternative Möglichkeiten beim Kälberzukauf und bei der -aufstallung untersucht werden. Das Ziel ist, die Kälbergesundheit zu stärken und folglich den Antibiotikaverbrauch wesentlich zu senken.
Die zugekauften Kälber stammen in der Regel von sehr vielen Milchviehbetreiben, für welche die männlichen Kälber ein Nebenprodukt darstellen. Hinzu kommt, dass das Immunsystem der jungen Kälber geschwächt ist. In der Folge besteht ein hohes Risiko für die Erkrankung der Tiere. Um das damit verbundene hohe Risiko von finanziellen Verlusten zu reduzieren, werden den Kälbern beim Einstallen standardmässig Antibiotika verabreicht. Dennoch bleibt das Erkrankungsrisiko hoch. Mit Werten von 61 Behandlungstagen pro Jahr, d.h. durchschnittlich 21 Behandlungstagen pro Kalb, ist die Branche wichtiger Startpunkt, um Bundesziele der „Strategie Antibiotikaresistenzen“ zu erreichen.
In einem Versuch werden herkömmliche und neuartige Betriebsstruktur miteinander verglichen. Die neuartige Betriebsstruktur umfasst Freiluftställe mit vollständig überdachtem Laufhof, verpflichtende Quarantäne, stressreduzierte Kleingruppenhaltung und direkter Zukauf von gesunden Kälbern nur aus benachbarten Betrieben.