Die erwartete Markteinführung voll-autonomer Fahrzeuge ab 2030 oder 2040 stellt praktisch alle Annahmen der heutigen Verkehrsplanung in Frage. Der mögliche Ersatz der grossen privaten Fahrzeugflotten durch kommerzielle autonome Taxiflotten würde die Kosten der Verkehrsteilnahme drastisch senken können. Die denkbare Erhöhung der Kapazitâten der Knoten und Strecken und damit auch der Geschwindigkeiten durch geringere Wartezeiten und Verkehrszusammenbrüche würde die Erreichbarkeiten deutlich erhöhen und damit auch die Anzahl und Entfernungen der Fahrten. Die Mobilisierung der heute vom Fahrzeugverkehr ausgeschlossenen Jugendlichen und Alten sollte die Verkehrsnachfrage weiter erhöhen. Die Gesamtwirkung ist unklar.
Das Projekt wird versuchen, die Grösse dieser Wirkungen auf zwei Weisen abzuschätzen. Nach einer Literaturstudie zu den erwartenden Technologien und Preisen wird zuerst die Akzeptanz der Fahrzeuge und der verschiedenen möglichen Betriebsformen (Taxis in verschiedenen Grössen und Serviceniveaus) untersucht. Hierzu werden sorgfältige konstruierte stated choice Experimente mit einer repräsentativen Stichprobe durchgeführt. Im zweiten Teil werden die geschätzen Modelle in der agenten-basierten Simulation verwendet,um in systemmatisch konstruierten Szenarien die Auswirkungen der autonomen Fahrzeuge abzuschätzen.
Dieses Projekt wird mit den aktuellen und uns bekannten Projekten der SBB und des ASTRA, hier insbesondere dem Forschungsbündel 'Verkehr der Zukunft' soweit wie möglich abgestimmt.