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Forschungsstelle
BLW
Projektnummer
12.19
Projekttitel
Beitrag der Landwirtschaft und der Agrarpolitik zur Vitalität und Attraktivität des ländlichen Raumes

Texte zu diesem Projekt

 DeutschFranzösischItalienischEnglisch
Schlüsselwörter
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Kurzbeschreibung
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Umsetzung und Anwendungen
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Kunden/Berichterstattung
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Publikationen / Ergebnisse
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)
Vitalität des ländlichen Raumes, Landwirtschaft
Schlüsselwörter
(Englisch)
vitality of rural areas, agriculture
Schlüsselwörter
(Französisch)
vitalité de l’espace rural, agriculture
Kurzbeschreibung
(Deutsch)

Die Landwirtschaft trägt mit ihren Leistungen zur Attraktivität und Vitalität des ländlichen Raums als Wirtschafts- und Wohnstandort sowie als Erholungsraum bei. Die Leistungen der Landwirtschaft werden ihrerseits massgeblich durch die Instrumente und Massnahmen der Agrarpolitik beeinflusst. Die Wirkungszusammenhänge sind aber komplex, wechselseitig und nicht immer eindeutig. Empirisch gut abgestützte Aussagen zu ihnen sind nicht in ausreichendem Masse verfügbar. Vor diesem Hintergrund hat das Bundesamt für Landwirtschaft eine Studie mit folgenden Fragestellungen lanciert:

  • Wie lassen sich „Vitalität“ und „Attraktivität“ im Kontext des ländlichen Raums definieren?
  • Welche quantitativ messbaren Indikatoren sind geeignet, um Vitalität und Attraktivität abzubilden?
  • Wie sehen ausgehend von der Ausprägung solcher Indikatoren die Vitalität und die Attraktivität des ländlichen Raums aus?
  • Wie beeinflussen die Landwirtschaft und agrarpolitische Instrumente und Massnahmen die Vitalität und Attraktivität des ländlichen Raums?
Umsetzung und Anwendungen
(Deutsch)
Attribute zur Beschreibung der Vitalität und Attraktivität von Räumen wurden bestimmt, Thesen zum Einfluss der Landwirtschaft auf Vitalität und Attraktivität formuliert und Indikatoren zur Messung der Vitalität und Attraktivität ländlicher Räume gesammelt. Darauf basierend wurde eine Schweizweite Kartendarstellung zu den Indikatorwerten für Attraktivität und Vitalität ländlicher Räume auf Gemeindeebene verfasst.
Kunden/Berichterstattung
(Deutsch)
Zwischenberichte und Schlussberichte liegen dem BLW vor
Publikationen / Ergebnisse
(Deutsch)
  1. Bei der Vitalität ist zwischen den drei Dimensionen der Nachhaltigkeit, Gesellschaft (vitale Bevölkerung, lebendige Zivilgesellschaft und intaktes Zusammenleben, Gesundheit und soziale Situation der Bevölkerung), Wirtschaft (Wettbewerbsfähigkeit) und Ökologie (intaktes und resilientes Ökosystem) zu unterscheiden.
    Bei der Attraktivität sind drei unterschiedliche Optiken relevant: Attraktivität eines Gebietes als Wohnstandort (Service Public und Grundausstattung, Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten, natur- und kulturräumliche Vielfalt, Einkommenssituation und Steuerbelastung), als Wirtschaftsstandort (Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte, ressourcen- und wirtschaftsbezogene Infrastrukturausstattung) und als Freizeit- und Erholungsraum (verkehrstechnische Erreichbarkeit, touristische Infrastruktur und Angebote).

  2. Die Studie gewann Erkenntnisse über Zusammenhänge zwischen Agrarpolitik und Landwirtschaft auf der einen Seite und Attraktivität und Vitalität auf der anderen. Es besteht ein Negativer Zusammenhang bei Dimensionen der wirtschaftlichen Attraktivität und positiver Zusammenhang bei ökologischer Vitalität. Diese Zusammenhänge weisen jedoch keine Kausalität auf. Sie sind auf die räumlichen Strukturen zurückzuführen, welche stark landwirtschaftlich geprägte Gemeinden aufweisen, wie beispielsweise schwierige Erreichbarkeit und Vielfalt der Ökosysteme.

    Die Bearbeitung der Fragestellung war wegen der uneinheitlichen und lückenhaften Datenlage – letzte insbesondere zu „soft factors“, wie Schönheit des Ortsbildes oder das Engagement im öffentlichen Leben – eine Herausforderung.

    Die verwendeten Indikatoren für Attraktivität (wie niedriges Steueraufkommen und hohe Einkommen) spiegeln stark die Charakteristika urbaner, attraktiver Räume wieder. Aus der Perspektive des ländlichen Raums scheinen andere, noch genauer zu definierende Indikatoren, geeigneter, um die relativ attraktiven peripheren beziehungsweise die relativ attraktiven landwirtschaftlich geprägten Räume von den weniger attraktiven zu unterscheiden. Dies sollte bei zukünftigen Studien stärker berücksichtigt werden.

    Von der Agrarpolitik und der Landwirtschaft alleine können in der Regel nur relativ schwache Entwicklungsimpulse für ländliche Regionen ausgehen. Ein Ansatzpunkt besteht deshalb darin, diejenigen agrarpolitischen Mittel, die derzeit explizit für regional-wirtschaftliche Zwecke eingesetzt werden, stärker mit der Regionalpolitik und den übrigen Sektoralpolitiken zu bündeln. Dadurch könnte eine grössere Wirkung hinsichtlich der Steigerung der Attraktivität der ländlichen Räume erzielt werden.

    Die Studie lässt eine direktere Wirkung der Landwirtschaft auf ökologischen Kenngrössen im Vergleich zu ihrer Wirkung auf wirtschaftliche Kenngrössen vermuten. Daraus folgt, dass die Agrarpolitik eine deutlich grössere Hebelwirkung auf ökologische als auf regionalwirtschaftliche Ziele hat. Im Sinne der Konzentration auf Stärken unterstützt dieses Ergebnis die Stossrichtung der Agrarpolitik 14-17, mit der ökologische und landschaftspflegerische Leistungen gezielter und auch stärker gefördert werden als zuvor.