Die Studie liefert keine Hinweise, dass Arsen und Blei signifikant durch Mineraldüngung in Ackerböden eingetragen werden. Für Cadmium zeigen die untersuchten Ackerbaustandorte im Oberboden eine Anreicherung gegenüber dem Unterboden. Ackerbauböden zeigen durchschnittlich höhere Uran-Gehalte als Wiesen und Weiden, und die ackerbaulich genutzten Oberböden höhere Gehalte als die Unterböden. Die Ergebnisse der Statusuntersuchung wurden durch die Ergebnisse der Trenduntersuchungen an sechs ausgewählten NABO-Standorten bestätigt.
Aufgrund der Ergebnisse wurden Empfehlungen formuliert, welche auf die Vermeidung von Anreicherungen von U und Cd und ein besseres Monitoring ausgerichtet.
- Eine bessere Kontrolle und Einhaltung der Cd-Grenzwerte in P-Mineraldüngern durch die Düngemittelindustrie.
- Eine Verschärfung des Vollzugs durch wiederholte Marktkampagnen und eine verstärkte Untersuchung von P-Mineraldüngern sowie eine Durchsetzung des Cd-Grenzwertes durch die Kantone.
- Ergänzung der Marktkampagnen mit Angaben der Handelsmengen der jeweilig untersuchten Mineraldünger, um deren Relevanz in Bezug zu grossräumigen Einträgen in Böden abschätzen zu können. Grundsätzlich sollte sich die Auswahl der zu untersuchenden Mineraldünger der Marktkampagne nach dem mengenmässig bedeutendsten Dünger richten.
-
Regionale Studien zu Cd Einträgen in Ackerbaugebieten, um das räumliche Ausmass von möglichen Risikogebieten mit erhöhten Einträgen oder organischen Böden abschätzen zu können.
-
Die Optimierung der Zeitreihen im NABO-Messnetz mit einer analytischen Messmethode, welche tiefere Nachweisgrenzen erlaubt. Bisher wurde in den Routineanalysen von Bodenproben im NABO-Messnetz aus Kostengründen mit einer Multielementanalyse gearbeitet, die für Cd relativ hohe Nachweisgrenzen hatte, was zur Folge hat, dass keine zeitlichen Änderungen von für Standorte mit tiefen Gehalten gemessen werden.
Für U werden die folgenden Massnahmen vorgeschlagen:
- Die Einführung eines Richtwertes für U Gehalte in Böden um Gehalte im Boden in Relation zu einem Referenzwert bewerten zu können.
- Die Einführung eines Grenzwertes für U Gehalte in Mineraldüngern, um die Anreicherung im Boden zu vermeiden. Bei der Festlegung und Bemessung der Grenzwerte sind toxikologische Aspekte als auch die Auswaschung von U ins Grundwasser ausschlaggebend.
- Die gezielte Aufnahme von U in das Routineprogramm im NABO-Messnetz für ausgewählte Standorte.
- Einbezug von U in zukünftige Marktkampagnen und Ergänzung der Handelsmengen der untersuchten Dünger sowie regionale Studien zu Einträgen in Ackerbaugebieten (analog Cd).
- Untersuchungen von U in Hofdüngern in der Schweiz, um die Datengrundlage zur Berechnung von U Bilanzen zu verbessern.
Darüber hinaus zeigt die Studie Wissenslücken im Systemverständnis auf. Aufgrund der häufig berichteten Mobilität von U im Boden werden folgende Massnahmen empfohlen:
- U in das Monitoring von NAQUA und NAWA Standorten in Ackerbaugebieten aufzunehmen und die Möglichkeiten für ein Monitoring von U in Trinkwasser zu evaluieren, welches auch saisonale Variationen von U Konzentrationen im Wasser erfassen kann.
-
Den Transport von U in tiefere Bodenschichten und das Grundwasser besser erforschen.