In der Schweiz sind die Temperaturen in den letzten 150 Jahren um mind. 1,7°C gestiegen. Wie die Klimaszenarien CH2011 zeigen, wird sich das Klima in Zukunft weiter verändern. Die Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels wird deshalb immer wichtiger. Das C02-Gesetz weist dem Bund die Verantwortung für die Koordination der Anpassungsmassnahmen und für die Bereitstellung der erforderlichen Grundlagen zu (Art. 8). Den Rahmen zur Bewältigung der neuen Herausforderungen setzt die im März 2012 beschlossene Strategie des Bundesrates zur Anpassung an den Klimawandel in der Schweiz.
Für die Kantone, Regionen und Gemeinden ist die Anpassung an den Klimawandel ein neues Thema. Deshalb wurde das Pilotprogramm „Anpassung an den Klimawandel" aufgegleist, um pilothafte Anpassungsprojekte vor Ort anzustossen und umzusetzen. Das Programm wird vom Bundesamt für Umwelt BAFU koordiniert. Beteiligt sind die Bundesämter für Bevölkerungsschutz BABS, Gesundheit BAG, Landwirtschaft BLW, Raumentwicklung ARE und Veterinärwesen BVET. Im Mittelpunkt des Programms stehen fünf Themencluster, die sich nur in Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche und Akteure bewältigen lassen: 1. Umgang mit lokaler Wasserknappheit, 2. Umgang mit Naturgefahren, 3. Management von Ökosystem-Veränderungen und Landnutzung, 4. Klimaangepasste Stadt-und Siedlungsentwicklung, 5. Wissenstransfer und Governance.
Das Pilotprojekt „Verbesserte Bodenfunktionen zum Ausgleich klimatischer Extreme" ist im Cluster 3 angesiedelt. Im Hinblick auf die zu erwartenden Extremereignisse des Klimawandels sollen die Böden über eine bessere Struktur gegenüber Starkniederschlägen und Trockenheit toleranter werden. Aktuell verfügbare-Beratungsempfehlungen und Werkzeuge sind für den praktischen Einsatz ungenügend abgestimmt und sind nicht auf ihre spezifische Wirkung zur Förderung der Resilienz gegenüber Extremereignissen des Klimawandels hin ausgerichtet. Potentiale wie permanente Bodenbedeckung, kontrollierte Befahrungen mittels automatischer Lenksysteme (Controlled Traffic Farming CTF) sowie streifenförmige Saatbereitung (Streifenfrässaat & Strip-till) oder Direktsaat werden in der Praxis noch zu wenig genutzt. Werkzeuge zur Bewirtschaftungsoptimierung wie Humusbilanzierung, die Beurteilung des Verdichtungs- und Erosionsrisikos und der Bodenfeuchtemessung werden nicht systematisch eingesetzt. In einem umfassenden Ansatz soll gemeinsam mit Lohnunternehmen und Landwirten ein Verbund von Massnahmen weiterentwickelt, umgesetzt und mit Hilfe einer Wirkungskontrolle auf ihre Effektivität überprüft werden.
Ziel Ist es, einen repräsentativen Durchschnitt bezüglich Standortvoraussetzungen und Bewirtschaftungsverfahren abzubilden. Da die Lohnunternehmer im Bereich der Minimalbodenbearbeitung und der Ernte eine sehr wichtige Stellung einnehmen, werden die Parzellen in Zusammenarbeit mit diesen Unternehmern ausgesucht und arbeitsteilig mit den Landwirten bewirtschaftet.