Feuchtackerflächen (FAF) sind Ackerflächen, auf denen sich das Wasser periodisch oder permanent in einem Ausmass ansammelt, dass dadurch eine deutliche Reduktion bei der Produktivität der angebauten Ackerkulturen zu erwarten ist. Das Projekt Feucht-Acker-Flächen (FAF) beabsichtigt Entscheidungsgrundlagen und Lösungen für die Förderung der Biodiversität in Feuchtackerbaugebieten auszuarbeiten, bei gleichzeitiger Berücksichtigung weiterer Konfliktfelder wie z.B. die landwirtschaftsbedingte Nähr- und Schadstoffbelastung der Gewässer, CO2-Emissionen oder die Standortanpassung der landwirtschaftlichen Produktion.
Die Ackerbaufläche in der Schweiz beträgt ca. 400‘000 ha, davon sind etwa zwei Drittel offene Ackerflächen und ein Drittel Kunstwiesen. Knapp ein Fünftel der landwirtschaftlichen Nutzfläche der Schweiz ist drainiert. Das Drainagenetz der Schweiz wurde grösstenteils bis Ende der 1980er Jahre errichtet. Rund ein Drittel der Drainagen ist jedoch in schlechtem oder unbekanntem Zustand. Eine Sanierung kostet ungefähr CHF 25‘000 pro Hektare (Béguin & Smola, 2010). Aus landwirtschaftlicher Sicht ungenügend drainierte Flächen oder durch unsachgemässe Bewirtschaftung verdichtete Ackerböden können periodisch Staunässe aufweisen, welche zu Ertragsausfällen führen. Zudem können sie zu Bodenverdichtung, einer vermehrten Bodenerosion und der Abschwemmung und Auswaschung von Nährstoffen und Pflanzenbehandlungsmitteln in die Gewässer beitragen. Sie haben aber auch ein grosses, heute weitgehend ungenutztes, Potenzial für die Förderung und Erhaltung der Artenvielfalt. Aktuell bestehen keine Zahlen über die Ausmasse solcher Flächen in der Schweiz und es ist daher zurzeit kaum abschätzbar, welche ökonomische und ökologische Bedeutung solchen Flächen beizumessen ist.