Die kontroverse Diskussion über Schweizer Kleinwasserkraftwerke (KWKW) zeigt eine klare Divergenz zwischen Schutz- und Nutzungsinteressen auf. Denn bei der Entscheidung über den Bau oder Umbau eines KWKW geht es, neben energetischen und wirtschaftlichen Fragen, um die lokale Ökologie und Nutzungskonflikte. Der Aufwand, um die Auswirkung eines KWKW auf das komplexe Ökosystem zu messen, ist sehr hoch. Deshalb wurde in diesem Projekt mit Hilfe der Fuzzy Set Theorie (FST) ein Entscheidungsinstrument erstellt, das mit linguistischen Aussagen von Experten einschätzen soll, ob sich die detaillierte Prüfung eines KWKW-Gesuchs lohnt. Das Tool besteht aus zwei Stufen: Zuerst wird der geplante Standort allgemein bewertet und daraus der Aufwand abgeleitet, damit die Qualität des Ökosystems erhalten werden kann. Falls sich dieser Aufwand in Grenzen hält, wird in einer 2. Stufe die geplante Anlage bewertet, in dem sie mit dem IST-Zustand verglichen wird. Ein Vergleich mit dem Zustand nach Renaturierungsmassnahmen ist ebenfalls möglich. Die Modellierung wurde anhand von existierenden Anlagen getestet und kalibriert. In der nächsten Projektphase soll das Modell verfeinert und ein benutzerfreundliches Tool öffentlich verfügbar werden.