Frauenhäuser sind Einrichtungen für Frauen und deren Kinder, die meist auf Grund einer akuten Gewaltsituation sofortigen Schutz, Unterkunft und Beratung benötigen. Die vom Bundesrat am 11. September 2013 unterzeichnete Europaratskonvention zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (CETS no 210) verpflichtet die Mitgliedstaaten, eine ausreichende Anzahl von Schutzplätzen für Oper von Gewalt zur Verfügung zu stellen. Im Hinblick auf die Ratifikation der Konvention, ist zu klären sein, ob und in welcher Form die Schweiz diesem Standard entspricht. Die Studie liefert hier erste Resultate und Grundlagen für nächste Handlungsschritte. Die Studie dient weiter der Erfüllung zweier parlamentarischer Vorstösse (Interpellation 13.4071 Yvonne Feri: Nationale Strategie für Männerhäuser).
Die adäquate Unterbringung von gefährdeten Personen liegt in der Kompetenz von Kantonen und Gemeinden. In der Schweiz stehen in den 18 Frauenhäusern rund 300 Betten bereit. Der Bericht zeigt, dass es einen anhaltenden Bedarf für Plätze in Frauenhäusern gibt. Im Jahr 2013 konnten laut dem Bericht aufgrund von Vollbelegung rund 600 Frauen und deren Kinder kurzfristig nicht im Frauenhaus in der eigenen Region aufgenommen werden. Mehr als die Hälfte davon, 300 – 350 Frauen konnten auch nicht in einem anderen Frauenhaus platziert werden. Das bedeutet, dass in rund einem Viertel der Fälle Lösungen gefunden werden mussten, wo der Schutz der Frau und deren Kinder nicht unbedingt so gewährleistet werden kann wie dies in einem Frauenhaus möglich ist. Der Bericht formuliert Massnahmen, um der Platzknappheit und der hohen Abweisungsrate entgegenzuwirken.
Über 90% der Frauenhaus-Aufenthalte werden über die Opferhilfe (mit-)finanziert. Die Finanzierung von Frauenhäusern unterscheidet sich stark zwischen den Kantonen. Tendenziell stehen den Frauenhäusern knappe Ressourcen zur Verfügung. Der Bericht empfiehlt dazu Finanzierungsmodelle zu entwickeln, die den Frauenhäusern mehr Planungssicherheit ermöglichen und auch in diesem Bereich die kantonalen Unterschiede ausgleichen.