Das RETHINK-Projekt hat die Absicht, die zukünftige Entwicklung der europäischen Landwirtschaft zu erforschen. Diese muss in der heutigen Zeit auf die zunehmende Verknappung von natürlichen und finanziellen Ressourcen und auf damit verbundene Verteilungsfragen reagieren, während grosse Unsicherheit über zukünftige Entwicklungen bestehen, vor allem im Zusammenhang mit Klimawandel und den globalen Märkten.
Die Ziele von RETHINK sind unterschiedliche Bahnen der Entwicklung und der Modernisierung zu erforschen, die Chancen von Innovationen sowie potenzielle Synergien zwischen der Modernisierung landwirtschaftlicher Betriebe und nachhaltiger Entwicklung des ländlichen Raums zu identifizieren. Wie der Titel vermuten lässt, will das Projekt die Zusammenhänge zwischen Modernisierung, ländlicher Entwicklung und Resilienz überdenken und ein neues, aktuelleres Verständnis von landwirtschaftlicher Modernisierung etablieren, welches weg von einer rein technischen, produktivitäts-steigernden hin zu einer umfassenderen, systemischen Modernisierung geht.
Resilienz bezeichnet in diesem Zusammenhang die Fähigkeit eines Betriebes oder der Wertschöpfungskette Veränderungen oder Störungen zu überdauern und die Fähigkeit, sich in einer Weise zu reorganisieren, so dass die wesentlichen Funktionen, die Identität und die Struktur des ländlichen Raumes und der Landwirtschaft bewahrt bleiben.
Es werden 14 Fallstudien in den Ländern der teilnehmenden Partner durchgeführt. Die Fallstudie der Schweiz analysiert die Resilienz der Wertschöpfungskette von Milch und Käse in der Region Bern. Es wird untersucht, wie unterschiedliche strategische Ausrichtungen von Vermarktungskanälen sich auf die Landwirtschafts- und Verarbeitungsbetriebe in der Agglomeration auswirken und wie sich ihre Resilienz unterscheidet.