ServicenavigationHauptnavigationTrailKarteikarten


Forschungsstelle
BLW
Projektnummer
12.27_3
Projekttitel
Rethinking the links between farm modernization, rural development and resilience in a worid of increasing demands and finite resources (RETHINK)
Projekttitel Englisch
Rethinking the links between farm modernization, rural development and resilience in a worid of increasing demands and finite resources (RETHINK)

Texte zu diesem Projekt

 DeutschFranzösischItalienischEnglisch
Schlüsselwörter
Anzeigen
Anzeigen
-
Anzeigen
Kurzbeschreibung
Anzeigen
-
-
-
Kunden/Berichterstattung
Anzeigen
-
-
-
Publikationen / Ergebnisse
Anzeigen
-
-
-

Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)
Landwirtschaft, Entwicklung des ländlichen Raumes, Resilienz, landwirtschaftliche Modernisierung
Schlüsselwörter
(Englisch)
agriculture, rural development, resilience, farm modernization
Schlüsselwörter
(Französisch)
agriculture, développement rural, résilience, modernisation des exploitations agriculturales
Kurzbeschreibung
(Deutsch)

Das RETHINK-Projekt hat die Absicht, die zukünftige Entwicklung der europäischen Landwirtschaft zu erforschen. Diese muss in der heutigen Zeit auf die zunehmende Verknappung von natürlichen und finanziellen Ressourcen und auf damit verbundene Verteilungsfragen reagieren, während grosse Unsicherheit über zukünftige Entwicklungen bestehen, vor allem im Zusammenhang mit Klimawandel und den globalen Märkten.

Die Ziele von RETHINK sind unterschiedliche Bahnen der Entwicklung und der Modernisierung zu erforschen, die Chancen von Innovationen sowie potenzielle Synergien zwischen der Modernisierung landwirtschaftlicher Betriebe und nachhaltiger Entwicklung des ländlichen Raums zu identifizieren. Wie der Titel vermuten lässt, will das Projekt die Zusammenhänge zwischen Modernisierung, ländlicher Entwicklung und Resilienz überdenken und ein neues, aktuelleres Verständnis von landwirtschaftlicher Modernisierung etablieren, welches weg von einer rein technischen, produktivitäts-steigernden hin zu einer umfassenderen, systemischen Modernisierung geht.

Resilienz bezeichnet in diesem Zusammenhang die Fähigkeit eines Betriebes oder der Wertschöpfungskette Veränderungen oder Störungen zu überdauern und die Fähigkeit, sich in einer Weise zu reorganisieren, so dass die wesentlichen Funktionen, die Identität und die Struktur des ländlichen Raumes und der Landwirtschaft bewahrt bleiben.

Es werden 14 Fallstudien in den Ländern der teilnehmenden Partner durchgeführt. Die Fallstudie der Schweiz analysiert die Resilienz der Wertschöpfungskette von Milch und Käse in der Region Bern. Es wird untersucht, wie unterschiedliche strategische Ausrichtungen von Vermarktungskanälen sich auf die Landwirtschafts- und Verarbeitungsbetriebe in der Agglomeration auswirken und wie sich ihre Resilienz unterscheidet.
Kunden/Berichterstattung
(Deutsch)
Webseite des Projektes: www.rethink-eu.net
Publikationen / Ergebnisse
(Deutsch)

Für die Analyse wurden zum einen Statistiken des Bundes und privater Institutionen und zum anderen qualitative Daten aus Interviews mit Vertretern von Institutionen, landwirtschaftlichen Organisationen, Verarbeitungsbetrieben, Vermarktungsinitiativen, Regionaler Vertragslandwirtschaftsinitiativen, Produzent/-innen und Konsument/-innen sowie Literatur- und Internetrecherchen verwendet. Dies ermöglichte eine Bestandsaufnahme von Vermarktungsstrategien, Diversifizierungs-Projekten und Innovationen und die Untersuchung der Mengen- und Preisdynamik in jedem Vermarktungskanal.

Insgesamt wurden fünf verschiedene Vermarktungskanäle oder Unterwertschöpfungsketten identifiziert: Industriemilch, Milch für Emmentaler AOP, regionale Molkereien und Käsereien und Biomilch-Industriekanal. Während manche Unterwertschöpfungsketten und landwirtschaftliche Betriebe ihre Strategie auf Spezialisierung und lange Absatzkanäle ausgerichtet haben, haben andere auf Diversifizierung und die Versorgung der Agglomeration gesetzt.

Direktvermarktung in Form von Vertragslandwirtschaft oder solidarischer Landwirtschaft sind im Berner Milchmarkt noch nicht etabliert, stellen jedoch eine interessante Absatzalternative für Betriebe dar. Sie wurde anhand von Beispielen aus anderen Regionen analysiert.

Die Studie kam zu folgenden Feststellungen und Empfehlungen:

  • Die verschiedenen Unterwertschöpfungsketten sind nicht den gleichen Krisen ausgesetzt, was die Resilienz der Wertschöpfungskette Milch als gesamtes erhöht. Je nach Grösse, Struktur, Wirtschaftlichkeit, Vernetzung und strategischer Ausrichtung der Betriebe bestehen unterschiedliche Stärken und Schwächen in der Resilienz. Spezialisierte Betriebe, die für die Industrie produzieren, erscheinen widerstandsfähiger, sind jedoch weniger schnell anpassungsfähig als diversifizierte, innovative Betriebe. Alle Unterwertschöpfungsketten ausser die Sparte Emmentaler AOP wiesen eine gute Resilienz auf.
  • Es existiert aktuell ein Mosaik an landwirtschaftlichen Systemen und Initiativen in der Wertschöpfungskette Milch, die sich gegenseitig ergänzen. Wichtig ist, die Rollen klar zuzuordnen: Regional verankerte Betriebe mit kurzen Verteilwegen sichern in erster Linie die Identität, grosse überregional produzierende Betriebe die Ernährungssicherheit. Modernisierung ist auf verschiedenen Ebenen und in verschiedene Richtungen möglich. Die Kombination ist wertvoll und die Vielfalt muss als Wert, Stärke und Chance wahrgenommen und für die Entwicklung zukünftiger Strategien und Verordnungen anerkannt werden.
  • Die Fähigkeit der Organisationen Entwicklungen oder Veränderungen zu erkennen, die nötigen Massnahmen abzuleiten und umzusetzen ist zentral und muss gestärkt werden.
  • Die Koordinierung der verschiedenen Politik-Sektoren sollte verstärkt auf regionaler oder lokaler Ebene erfolgen um lokalspezifischen Gegebenheiten gerechter zu werden. Eine Resilienz-Strategie und ein „Resilienz-Check“ von Wertschöpfungsketten als Instrument auf kantonaler oder regionaler Ebene werden empfohlen.
  • Modernisierung der Landwirtschaft bedeutet für diese Fallstudie eine Entwicklung in Richtung Nachhaltigkeit und Unternehmertum. Eine nachhaltige, resiliente Landwirtschaft muss auf die Bedürfnisse der wachsenden Stadtbevölkerung eingehen, um rentabel zu sein. Hier haben Direktvermarkter einen Vorteil, da sie einen Austausch mit der Stadtbevölkerung pflegt. Zu einem gewissen Grad bedeutet die Modernisierung der Landwirtschaft ihre Integration in die urbanisierte Gesellschaft.