Die umweltrelevanten Stickstoffüberschüsse aus der Landwirtschaft sind seit Jahren eine grosse Herausforderung für Politik und Branche. Seit den 1990er-Jahren stagnieren die Stickstoffverluste auf hohem Niveau. Der Schlussbericht des BLW-Projekts „Politikoptionen Stickstoff“ vom Juni 2013 skizziert mögliche Massnahmen, welche zur Verminderung der Stickstoffverluste beitragen können. Drei dieser Massnahmen sollen im vorliegenden Projekt vertieft untersucht werden. Es sind dies eine Lenkungsabgabe auf stickstoffhaltigen Produktionsmitteln, eine Zertifikatlösung für betriebliche Stickstoffüberschüsse und eine Konsumabgabe auf der Umweltbelastung von Lebensmitteln.
Einerseits stellen sich wohlfahrtstheoretische und politikwissenschaftliche Fragen, andererseits ist von Interesse, wie sich solche Instrumente auf den landwirtschaftlichen Sektor und die natürliche Umwelt auswirken würden. Die quantitativen Fragen zu Kosten und Nutzen der Instrumente werden mit dem Modell „SwissLand“, dem Agroscope-Marktmodell und dem internationalen Modell CAPRI untersucht.
Um einen möglichst grossen Lerneffekt zu erzielen, wird sich das Projekt wo angezeigt von den aktuellen agrarpolitischen Rahmenbedingungen lösen und einen hypothetischen Denkansatz pflegen. Das Projekt liefert dem BLW im Sinn der Politikberatung Elemente, auf die im Rahmen der Gestaltung der zukünftigen Agrarpolitik gegebenenfalls zurückgegriffen werden kann.