Unter Federführung des Bundesamt für Raumentwicklung ARE, in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt BAFU und weiteren Behörden, wurde im Oktober 2013 die Publikation „Koordination Raumplanung und Störfallvorsorge" veröffentlicht. In dieser Publikation wird ein Prozess für die Koordination von Raumplanung und Störfallvorsorge inkl. der Bereinigung von Zielkonflikten vorgestellt. In der Planungshilfe werden bauliche und planerische Massnahmen zur Risikosenkung thematisiert, jedoch nicht in ihrer Schutzwirkung bewertet. Bis heute fehlen standardisierte methodische Grundlagen, um die Wirkung von Schutzmassnahmen quantifizieren zu können.
Die grundsätzliche Frage nach effizienten, effektiven und verhältnismässigen Schutzmassnahmen stellt sich der Sektion Störfall- und Erdbebenvorsorge des BAFU immer wieder bzw. wird im Rahmen von Projekten durch die Gesuchsteller an diese herangetragen. In der auf Behörden- und Wirtschaftsseite breit abgestützten Arbeitsgruppe „Neubauten neben StFV (Störfallverordnung) Anlagen" (Bundesbehörden, Kantone, scienceindustries, Swissgas, SBB, Erdölvereinigung, Carbura etc.) sowie in der Arbeitsgruppe "Chlortransporte entlang des Genferseebeckens" werden zur Zeit Lösungen gesucht, um den Konflikt der Störfallvorsorge mit Neubauten in bestehenden Bauzonen zu entschärfen. Die Frage nach der Quantifizierung der Schutzwirkung von Objektschutzmassnahmen steht auch im Rahmen der Arbeiten dieser Arbeitsgruppe im Raum. Folglich wurde beschlossen dieses Thema nun als Teilprojekt der übergeordneten Fragestellung „Koordination Raumplanung und StFV" anzugehen und entsprechende Schutzmassnahmen und deren Einfluss auf die Risikobewertung zu untersuchen.
Zusammen mit einer Begleitgruppe aus oben genanntem Institutionen möchte die Sektion Störfall- und Erdbebenvorsorge des BAFU diese Fragestellung nun aktiv bearbeiten.