Im Vergleich aller Charakterlandschaften werden Entwicklungen durch Anlagen erneuerbarer Energien von der repräsentativen Stichprobe der Schweizer Bevölkerung im «Siedlungsgeprägten Flachland» deutlich besser bewertet, gefolgt von den «Touristisch geprägten Berggebieten». In den «Anderen Berggebieten» sind die Anlagen erneuerbarer Energien hingegen klar unerwünscht. Es scheint, dass die Bevölkerung in der Schweiz Landschaften wie «Jura», «Voralpen» und «Landwirtschaftlich geprägtes Flachland», die sie als «traditionell» oder «naturnah» einschätzen, vor Entwicklungen durch Anlagen erneuerbarer Energien schützen möchten.
Die in der Online-Befragung getroffenen Entscheide für die unterschiedlichen Szenarien zeigen auch, wie stark die einzelnen Energieinfrastrukturen bevorzugt werden. Insgesamt deuten die Resultate darauf hin, dass einige Charakterlandschaften mit Freileitungen, in denen weitere Energienutzungen erkennbar sind, teilweise ähnlich oder besser beurteilt werden als ohne diese Nutzungen. Grundsätzlich werden die Freileitungen von der repräsentativen Stichprobe der Schweizer Bevölkerung jedoch eher abgelehnt.
Die im Labor erfassten Beurteilungen geben wieder, wie gut den Teilnehmenden die jeweilige Landschaft mit einer Kombination von wenigen oder vielen Windenergie- und PV-Anlagen im Vergleich zu den anderen Charakterlandschaften gefallen hat. Die Szenarien mit wenigen Energieinfrastrukturen gefallen generell besser als jene mit vielen Anlagen.
Die Landschaftsszenarien mit einer Kombination vieler Windenergie- und PV-Anlagen lösen bei den Teilnehmenden eine stärkere emotionale Erregung aus als Szenarien mit wenigen Anlagen. Im Gegensatz dazu unterscheiden sich die physiologischen Reaktionen auf die beiden Szenarien in Bezug auf die Charakterlandschaft «Siedlungsgeprägtes Flachland» kaum; bei beiden Szenarien ist die Erregung vergleichsweise hoch.
Die Menge an Anlagen hat grosse Auswirkungen auf die wahrgenommene Landschaftsstruktur.
Eine Untersuchung der Einflussfaktoren auf die Bewertung der Szenarien mit machine-learning-Algorithmen unterstreicht, dass die wahrgenommene Kohärenz auch die Bewertung der Szenarien bezüglich des Gefallens des Bildes beeinflusst.
Die folgenden fünf zentralen Erkenntnisse aus der ENERGYSCAPE-Studie sollten bei der Planung der Landschaftsentwicklung durch Anlagen erneuerbarer Energien berücksichtigt werden:
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Landschaftstyp und Vorbelastung spielen für die Beurteilung von Landschaftsveränderungen durch Energieanlagen eine wesentliche Rolle.
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Eine grössere Menge an Energieanlagen kann negativ beurteilt werden.
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Sinnvolle Kombinationen unterschiedlicher Typen von Energieanlagen werden geschätzt.
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Photovoltaik-Anlagen auf Dächern und Fassaden werden positiv beurteilt.
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Emotionale Reaktionen sowie Bedeutungszuweisungen zu Landschaft und Energieanlagen beeinflussen Beurteilungen von Landschaftsveränderungen durch Energieanlage.