Zu den stärksten Triebkräften im Wandel von Ökosystemdienstleistungen zählen Lebensraumveränderungen. Ein prominentes Beispiel ist die Veränderung von Flüssen durch Kanalisierung und den Bau von künstlichen Barrieren. Als Trinkwasserquellen, Naherholungsgebiete und für die Energieproduktion haben Fliessgewässer eine wichtige Bedeutung für die Gesellschaft. Deshalb wurden in den vergangenen 20 Jahren grosse Anstrengungen unternommen, um Flusssysteme wieder mehr Platz zu geben und naturnaher zu gestalten. Trotz dieser beträchtlichen Anstrengungen in die Revitalisierung der Flüsse gibt es noch keine eindeutigen Hinweise darauf, dass solche Lebensraumaufwertungen die Verfügbarkeit von Ökosystemdienstleistungen erhöhen.
Fischbestände stellen einen wertvollen Indikator für den Gesundsheitszustand eines aquatischen Ökosystems dar. Daher können Untersuchungen des Fischbestandes eines Fliessgewässers, auch Hinweise auf den Wert dieses Ökosystems für die Gesellschaft liefern.
Das vorliegende Forschungsprojekt sieht vor, anhand bestehender Daten aus mehreren Kantonen die Auswirkungen von Fliessgewässer-Renaturierungen auf die Freizeitfischerei, als wichtigen Ökosystem-Service, zu untersuchen. Die Studie soll überprüfen, ob ein Zusammenhang zwischen Renaturierungen und den Fangraten sowie der Anzahl von Angeltouren an Schweizer Flüssen besteht. Zusätzlich soll der Einfluss von Wassertemperatur, Nährstoffbelastung, Abflussverhältnissen und Fischbesatz untersucht werden. Dadurch sollen die Faktoren, die bei einer Flussrenaturierung den stärksten Effekt auf die Verfügbarkeit von Ökosystemdienstleistungen bewirken, schneller erkannt werden. Somit kann dieses Projekt wertvolle Informationen für zukünftige Renaturierungen liefern.