Der freie Zugang zu wissenschaftlicher Literatur und anderen Materialien im Internet wird als "Open Access" bezeichnet. Ein wissenschaftliches Dokument unter Open-Access-Bedingungen zu publizieren, erhalten alle die Möglichkeit, dieses Dokument zu lesen, herunterzuladen, zu speichern, es zu verlinken, zu drucken und damit entgeltfrei zu nutzen. Heute sind mehr als ein Drittel der wissenschaftlichen Publikationen mit Peer-Review in Open-Access Zeitschriften veröffentlicht.
Ausserhalb der Textform gilt die freie Verfügbar- und Nutzbarkeit von öffentlichen Daten als "Open Data" (Beispiel Wetterdaten, Karten).
"Open Science" ist der Oberbegriff für verschiedene Aktivitäten, die zum Ziel haben, wissenschaftliche Ergebnisse einer größeren Anzahl von Menschen einfacher und kostenlos zugänglich zu machen. Dazu zählen produktorientierte Ansätze, die Ergebnisse möglichst offen zugänglich machen, wie Open Access oder Open Data. Hinter dieser Initiative liegt das Ziel, kommerzielle Publikationen und Daten, die in der Tat aus öffentlichen Mitteln finanziert werden, frei zugänglich zu machen.
Unter Horizon 2020, das Forschungsprogramm der Europäischen Union für die Jahre 2014-2020, wird die Praxis der "Open Science" bereits umgesetzt und gefördert. In verschiedenen Pilotprogrammen (20% vom gesamtem Budget 2014-2015, i.e. 3 Mia. Euros), darunter im "Societal Challenges" im Bereich "Climate action, environment, resource efficiency and raw materials", wird das Prinzip der Open Science umgesetzt.
In der Schweiz leistet der Schweizer National Fonds (SNF) Unterstützungsbeiträge bei den Kosten für die direkte Veröffentlichungen in reinen Open Access-Zeitschriften. Die Bestimmungen des SNF belassen allerdings den Forschenden die Wahlfreiheit bezüglich Publikationsort und Open Access-Weg.
Die Umsetzung einer offenen Datenpolitik in der Wissenschaft - Open Science - wirft jedoch viele Fragen auf, rund um das Datenmanagement, den Datenschutz, die Rechte an geistigem Eigentum (IPR), die finanziellen Auswirkungen oder auch in Bezug auf das Fehlen einer gemeinsamen Datennutzungskultur in verschiedenen wissenschaftlichen Gemeinschaften.
Die Bedeutung und Auswirkungen der "Open Science" sollen nun für die Forschungsaktivitäten des Bundesamtes für Umwelt eruiert werden.