In der Konzeption MRS (Arbeitsbericht 2014, erstellt durch BHP[1], siehe Beilage) wurden rund 40 Beobachtungsfelder (raumordnungspolitisch zentrale Themen) und sogenannte Knowledge-Boxes als Kernelemente des Monitoringsystems definiert.
Der Auftrag hat zum Ziel, für zwei erste Beobachtungsfelder je eine Pilot-Knowledge-Box zu erstellen. Dafür wurden die folgenden Themen festgelegt:
a) Zersiedelung (S2),
b) Migration/Wanderungen (B2),
Für die Knowledge-Box Zersiedelung (S2) soll zusätzlich ein Pilot-Faktenblatt erstellt werden.
Zu a: Zersiedelung kann als eine der zentralen raumplanerischen Herausforderungen bezeichnet werden. Aus Sicht des ARE ist es eine Besiedelungsform des Raums durch den Menschen, die nicht nachhaltig ist. Zersiedelung führt zu unerwünschten wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Folgeeffekten. Zu nennen sind etwa die hohen Infrastrukturkosten, der erhöhte Mobilitätsbedarf, die Beeinträchtigung historisch gewachsener Kulturlandschaften und Siedlungen, der Druck auf Natur- und Freiräume oder der Verlust hochwertiger Ackerböden. Bei diesem Thema handelt es sich um einen zentralen Begriff in der Raumentwicklung, der auch in der aktuellen politischen Diskussion oft verwendet wird. Ein umfassendes „Wissensfundament“ ist daher äusserst wichtig. Die Operationalisierung von Zersiedelung ist schon definitorisch eine Herausforderung. Bereits existierende Datengrundlagen, Indikatoren etc. sowie Ansätze aus der Wissenschaft sollen einbezogen und diskutiert werden.
Zu b: Migration und Wanderungen sind Themen, die von hoher Bedeutung sind. Nebst der globalen Bevölkerungswanderung sind auf der nationalen und regionalen Ebene vor allem Aspekte der Abwanderung bedeutsam. Im „Monitoring ländlicher Raum Schweiz“ (MLR) hat das ARE in den letzten Jahren bereits Analysen vorgenommen (Themenkreis V1: Wanderungen zwischen Stadt und Land). Die Analyse der Binnenwanderungen sollte auch soziodemografische Informationen zu den Migranten umfassen. Das Thema ist sowohl aus der Optik der urbanen wie der ländlichen Räume sehr wichtig, für letztere namentlich im Zusammenhang mit der laufenden Strategieentwicklung für den ländlichen Raum.
Die inhaltliche Ausrichtung und die Struktur der Knowledge-Boxes, wie sie in der Konzeption MRS angedacht wurde, ist unter Punkt 3.2 (AP 2) detaillierter festgehalten.
Faktenblätter, wie sie in der Konzeption MRS angedacht sind, vermitteln in knapper Form strukturiertes Basiswissen über bestimmte grundlegende Phänomene und Herausforderungen der Raumentwicklung. Sie sind für ein breiteres Publikum, z.B. für Mitarbeitende öffentlicher Verwaltungen, Politiker/innen und Fachleute, Medien sowie für weitere interessierte Kreise bestimmt und öffentlich zu publizieren.
Ergänzend zu den inhaltlichen Ergebnissen dient der Pilotauftrag auch dazu, die in der Konzeption angedachte Struktur, die Inhalte und die Form der Knowledge-Boxes in die Praxis umzusetzen. Die konkreten Erkenntnisse aus der Umsetzung zweier Knowledge-Boxes werden dem ARE dazu dienen, die Planung zur Bearbeitung weiterer Beobachtungsfelder zu optimieren.
[1] Konzept „Monitoringsystem Raumentwicklung Schweiz (MRS)“, interner Arbeitsbericht (BHP im Auftrag des ARE, 2014)