Das Projekt kam zu folgenden Ergebnissen:
1. Die Ergebnisse machen deutlich, dass eine Differenzierung des Fress- und Wiederkäuverhal-tens sowohl nach Einzeltier als auch nach Betrieb und jahreszeitlicher Fütterungssituation gut möglich ist. Damit ist eine Grundlage gegeben, ein Einschätzungsinstrumentarium für Fütterungssituationen mittels des Einsatzes von Rumiwatch®-Kausensoren zu entwickeln.
2. Es zeigte sich, dass der Kraftfutterverzicht zu einer höheren Raufutteraufnahme führte und weder auf die Proteineffizienz noch auf die Gesundheit der Tiere einen signifikanten Einfluss hatte. Die Milchleistung war jedoch bei der Gruppe ohne Kraftfutter verringert. Das Fress- und das Wiederkäuverhalten wurden vor allem durch die zweite Intervention beeinflusst: die separate Heufütterung führte zu längeren Fresszeiten während des Tages und zu kürzeren Fresszeiten während der Nacht. Zudem führte sie zu einer geringeren Anzahl an Aktivitätswechseln, insbesondere in der Nacht, was als ein ruhigeres Verhalten interpretiert werden kann.
3. Diese Arbeiten werden derzeit noch durchgeführt und sind kurz vor dem Abschluss. Im Frühjahr 2016 wird ein 32-40 seitiges FiBL-Merkblatt zu kraftfutterarmer Milchviehfütterung erstellt, in welches die Ergebnisse dieses Projektes als wesentlicher Inhalt neben den Daten aus anderen FiBL-Projekten einfliessen werden. In diesem Rahmen wird auch der Katalog der Managementoptionen für die Praxis veröffentlicht werden. Dieses Merkblatt soll eine wesentliche Grundlage für die Beratung von Betrieben mit raufutterbasierter Fütterung werden.