Eine gute Laufökonomie ist die Basis einer effizienten Fortbewegung und stellt somit einen wesentlichen Faktor hinsichtlich der Ausdauerleistungsfähigkeit dar. In der Literatur wird die Laufökonomie als die Menge an konsumierten Sauerstoff definiert, die beim Laufen mit einer konstanten Geschwindigkeit verbraucht wird. Anhand von Elite-Läufern weiss man, dass neben der maximalen Sauerstoffaufnahme vor allem die Laufökonomie leistungsdeterminierend ist. Aus diesem Grund beschäftigen sich viele Studien mit der Frage, welche Faktoren für die Laufökonomie von Bedeutung sind. Mittlerweile herrscht Konsens darüber, dass sich ein ökonomischer Ausdauerläufer unter anderem durch geringe vertikale Oszillationen, optimale Schrittlänge und eine geringe Veränderung der horizontalen Geschwindigkeit während des Bodenkontakts auszeichnet. All diese mechanischen Parameter subsummieren sich im physiologischen Messparameter „Sauerstoffverbrauch“, weshalb in der vorliegenden Trainingsintervention online Feedback über diesen Parameter gegeben wurde. Durch Modifikationen der Atem- und Lauftechnik sollten die Probanden in die Lage versetzt werden, ihre Laufökonomie zu optimieren.
Die Daten der vorliegenden Studie zeigen, dass Läufer durch die Bereitstellung von Feedback in die Lage versetzt werden, die Laufökonomie zu verbessern. In Projekt 1 wurden in einem Querschnittsdesign direkte Effekte der Bereitstellung von Feedback untersucht. So wurde unter anderem gezeigt, dass durch die Kombination aus Feedback mit der Instruktion „Optimiere deine Schrittlänge, um deine Laufökonomie zu steigern“ der Sauerstoffverbrauch erhöht wurde. Hingegen steigerten die Probanden ihre Ökonomie, wenn sie Feedback erhielten und mit den Worten instruiert wurden: „Optimiere deine Atemfrequenz, um deine Laufökonomie zu steigern“. Die kurzfristigen positiven Anpassungen der Laufökonomie konnten im darauffolgenden Projekt auch im längerfristigen Trainingsprozess bestätigt werden. Nach 16 Trainingseinheiten, die in Hinblick auf Trainingseinheiten, -umfänge und -intensitäten identisch waren, wies die Gruppe mit Feedback eine signifikante Verringerung der Sauerstoffaufnahme auf. So lag nach der Intervention bei der Feedbackgruppe ein ~3,1 % geringerer Sauerstoffverbrauch bei gleicher Geschwindigkeit und Strecke vor, wohingegen die Kontrollgruppe einen minimal erhöhten Sauerstoffverbrauch aufwies. Beide Studien weisen also darauf hin, dass verstärkendes Feedback über den Sauerstoffverbrauch und die Atemfrequenz beim Laufen sowohl zur kurzfristigen wie auch langfristigen Steigerungen der Laufökonomie genutzt werden kann. Der Einsatz von verstärkendem Feedback über Atemparameter in das Training von (Spitzen-) Athleten verspricht daher Verbesserungen der Laufökonomie.