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Forschungsstelle
AGS
Projektnummer
14.20.0.1
Projekttitel
Schweizerisches Institut für Pferdemedizin
Projekttitel Englisch
Swiss Institute of Equine Medicine

Texte zu diesem Projekt

 DeutschFranzösischItalienischEnglisch
Schlüsselwörter
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Kurzbeschreibung
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Projektziele
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Neue Kenntnisse/Literatur
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Kunden/Berichterstattung
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Englisch)
Equine, health, hereditary diseases, sport medicine, reproduction methods, fertility, infectious diseases, breeding, housing, welfare, training, management
Kurzbeschreibung
(Deutsch)

In der Schweiz wie in vielen Industrienationen hat die Pferdehaltung in den letzten 20 Jahren stark zugenommen. Ein Grossteil der Pferde befindet sich hierbei in der Landwirtschaftszone. Pferde haben bei uns nur marginale Bedeutung als Arbeitstiere, sie generieren aber Einkommen in der Landwirtschaft in Form von Zucht, Aufzucht- und Pensionspferden. Aufgrund der wachsenden Sensibilität der Gesellschaft und strenger werdenden Gesetzgebung akzentuieren sich zunehmend Fragestellungen in den Bereichen Tierschutz, Wohlbefinden, Tierhaltung und Nutzungsformen. Nach wie vor ist und bleibt in all diesen Bereichen die Tiergesundheit der wichtigste (markt-)wirtschaftliche Parameter in der Zucht, Haltung und Nutzung von Pferden. Es gilt daher, wissenschaftliche Grundlagen für die Diagnostik und Therapie, vor allem aber auch die Prävention und das Management zwecks optimaler Rentabilität und Wettbewerbsfähigkeit zu generieren.
Eine Zusammenarbeit in den Bereichen Forschung, Lehre und Dienstleistungen zwischen der Pferdeklinik der Vetsuisse-Fakultät Standort Universität Bern und der Klinik und dem Reproduktionszentrum von Agroscope besteht deshalb bereits seit vielen Jahren. Durch eine engere, institutionalisierte Zusammenarbeit zwischen der Vetsuisse-Fakultät Standort Universität Bern und Agroscope im Bereich Pferdeforschung und -lehre kann eine deutliche Stärkung der obenstehenden Aufgabenbereiche erreicht werden.
Mit der Errichtung des Institut suisse de médecine équine (ISME) wurde diesbezüglich und in der Ausrichtung des Veterinärdienstes eine grundsätzliche Neuerung geschaffen, die am 27.6.11 mit einem Kollaborationsvertrag zwischen dem Bundesamt für Landwirtschaft vertreten durch ALP-Haras und der Universität Bern vertreten durch die Vetsuisse-Fakultät besiegelt wurde und am 1.1.12 in Kraft trat: Das ISME wird getragen durch die Pferdeklinik der Vetsuisse-Fakultät Standort Universität Bern und die Klinik und das Reproduktionszentrum von Agroscope. Das Gewinnpotential mit der Errichtung des ISME ist auf allen Seiten sehr gross:

a)    Forschung – Unterstützung bei der Erfüllung des Auftrags des FB Pferde und Bienen (Tierzuchtverordnung, Leistungsauftrag) mittels

  • Zusammenarbeit Agroscope – Uni Bern in der Forschung im Bereich Pferdemedizin und Reproduktion
  • zusätzlichem Kompetenzausbau der Forschung (Erweiterung Fachkompetenzen auf beiden Seiten, etc.)
  • synergistischem Ausbau des nationalen und internationalen Netzwerks
  • Erhöhung Output/ Impact und Effizienzsteigerung (universitäre Strukturen, Flexibilität Budget und Personalanstellungen, etc.)
  • Entlastung Budget Agroscope und Generieren zusätzlicher Drittmittel (kompetitive Forschungsgelder, Dienstleistungseinnahmen, etc.)
  • Finanzielle Flexibilität zugunsten der Forschung

 b)   Lehre, Weiterbildung und Wissenstransfer

  • Zusammenarbeit Agroscope – Uni Bern in der Lehre, Weiterbildung und Wissenstransfer
  • zusätzlicher Kompetenzausbau in der Lehre, Weiterbildung und Wissenstransfer (Erweiterung der Fachkompetenzen auf beiden Seiten)

 c)    Dienstleistungen

  • Sicherstellung / Erweiterung (Bsp. spezialisierte chirurgische und internistische Leistungen) des Veterinärdienstes für die Gestütspferde und auf Platz Avenches mit zusätzlichem Kompetenzausbau des Veterinärdienstes (Erweiterung Fachkompetenzen auf beiden Seiten, Bildgebende Diagnostik, Rehabilitation, etc.) und Erweiterung des Patientenmaterials (für Forschung und Lehre)

Die Relevanz bezüglich Kernthema 11.4 ist sehr hoch, da mit diesem Tätigkeitsfeld Anliegen betreffend der Tiergesundheit, Zucht, und damit auch Tierwohl und Rentabilität behandelt werden.

Projektziele
(Deutsch)

Forschung
Die strategischen Forschungsschwerpunkte und die durchgeführten Versuche und Projekte bestimmt die Leitung des ISME (Forschungsfreiheit Art. 21  Verfassung des Kantons Bern). Die Schwerpunkte orientieren sich an

  • Vorgaben aus dem Strukturbericht Pferdeklinik: klinisch orientierte Forschung (insbesondere im Bereich innere Medizin) auf international kompetitivem Niveau, die das Einwerben von Drittmitteln erlaubt
  • den „priority research themes” der Universität Bern “host-pathogen-interaction” und “translational biomedical research”
  • Vorgaben aus dem Leistungsauftrag von Agroscope: umsetzungsorientierte, praxisnahe Forschung mit Relevanz für die Pferdebranche, insbesondere Erarbeitung von Reproduktionstechniken beim Pferd, namentlich für die künstliche Besamung; Übertragung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse der züchterischen Grundlagenforschung in die Praxis, Erhaltung der Biodiversität (Freibergerrasse) mit Führung eines Bioarchivs inkl. tierärztliche und reproduktionstechnische Phänotypisierung

und ergeben sich aus Kompetenzen innerhalb des ISME und seiner Partner, insbesondere Kollaborationen mit Instituten der Vetsuisse-Fakultät Bern und Zürich und Agroscope. Als Forschungsschwerpunkte und –ziele 2014 – 2017 des ISME sind definiert:
1.   Erbkrankheiten
2.   Reproduktion
3.   Infektionskrankheiten
4.   Arbeitsmedizin
5.   Tierschutz und Wohlbefinden (Lead bei Partnern)

Lehre
Die inhaltliche Ausrichtung der tierärztlichen Ausbildung entwickelt die Leitung des ISME (Lehrfreiheit Art. 21 Verfassung des Kantons Bern) entsprechend den Vorgaben des Vetsuisse Kurrikulums. Die Weiterbildungsprogramme (Auftrag aus Strukturbericht Pferdeklinik) richten sich nach den Vorgaben des Reglementes „FVH für Pferde“ bzw. der entsprechenden European Colleges.

Dienstleistungen
Dienstleistungen des ISME sind grundsätzlich eine Funktion von Forschung und Lehre. Sie müssen diese dementsprechend unterstützen, indem die Dienstleistung Fallmaterial und andere Ressourcen generiert. Am Standort Bern betreibt das ISME im Auftrag der Universität Bern eine Klinik mit einem permanenten Notfalldienst („service public“). Am Standort Avenches betreibt das ISME eine EU-Reproduktionsstation und tierärztliche Dienstleistungen für die Pferde des SNG und für Private.

Neue Kenntnisse/Literatur
(Deutsch)

Erbkrankheiten
Lanz S, Gerber V, Marti E, Rettmer H, Klukowska-Rötzler J, Gottstein B, Matthews JB, Pirie S, Hamza E. Effect of hay dust extract and cyathostomin antigen stimulation on cytokine expression by PBMC in horses with recurrent airway obstruction. Vet Immunol Immunopathol. 2013 Aug 5. doi:pii: S0165-2427(13)00216-X. 10.1016/j.vetimm.2013.07.005.

Klukowska-Rötzler J, Swinburne JE, Drögemüller C, Dolf G, Janda J, Leeb T, Gerber V. The interleukin 4 receptor gene and its role in recurrent airway obstruction in Swiss Warmblood horses. Anim Genet. 2012 Aug;43(4):450-3. doi: 10.1111/j.1365-2052.2011.02277.x. Epub 2011 Oct 28.

Jandova V, Klukowska-Rötzler J, Dolf G, Janda J, Roosje P, Marti E, Koch C, Gerber V, Swinburne J. Whole genome scan identifies several chromosomal regions linked to equine sarcoids. Schweiz Arch Tierheilkd. 2012 Jan;154(1):19-25. doi: 10.1024/0036-7281/a000288

Racine J, Gerber V, Feutz MM, Riley CP, Adamec J, Swinburne JE, Couetil LL. Comparison of genomic and proteomic data in recurrent airway obstruction affected horses using Ingenuity Pathway Analysis®. BMC Vet Res. 2011 Aug 15;7:48. doi: 10.1186/1746-6148-7-48. PubMed PMID: 21843342; PubMed Central PMCID: PMC3174119.

Reproduktion
Burger D., Wedekind C., Wespi B., Imboden I., Meinecke-Tillmann S., Sieme H., The Potential Effects of Social Interactions on Reproductive Efficiency of Stallions Journal of Equine Veterinary Science 32, 8, 455-457, 2012.

Wespi B., Sieme H., Wedekind C., Burger D., Exposure to stallion accelerates mares’ cyclicity after winter anoestrus in horses, submitted

Burger D., Meuwly C., Dolivo G., Marti E., Thomas S., Meinecke-Tillmann S., Sieme H., Wedekind C., Female MHC type affects male testosterone release in the polygynous horse (Equus caballus) submitted

Burger D., Aepli H., Dreyer M., Marti E., Sieme H., Wedekind C., MHC signalling affects fertility in horses, submitted

Infektionskrankheiten
van Galen G, Saegerman C, Marcillaud Pitel C, Patarin F, Amory H, Baily JD, Cassart D, Gerber V, Hahn C, Harris P, Keen JA, Kirschvink N, Lefere L, McGorum B, Muller JM, Picavet MT, Piercy RJ, Roscher K, Serteyn D, Unger L, van der Kolk JH, van Loon G, Verwilghen D, Westermann CM, Votion DM. European outbreaks of atypical myopathy in grazing horses (2006-2009): determination of indicators for risk and prognostic factors. Equine Vet J. 2012 Sep;44(5):621-5. doi: 10.1111/j.2042-3306.2012.00555.x.

Sieber S, Gerber V, Jandova V, Rossano A, Evison JM, Perreten V. Evolution of multidrug-resistant Staphylococcus aureus infections in horses and colonized personnel in an equine clinic between 2005 and 2010. Microb Drug Resist. 2011 Sep;17(3):471-8. doi: 10.1089/mdr.2010.0188

Arbeitsmedizin
Cardwell JM, Christley RM, Gerber V, Malikides N, Wood JL, Newton JR, Hodgson JL. What's in a name? Inflammatory airway disease in racehorses in training.Equine Vet J. 2011 Nov;43(6):756-8. doi: 10.1111/j.2042-3306.2010.00339.x. Epub 2011 Jun 13

Gerber V, Schott Ii HC, Robinson NE. Owner assessment in judging the efficacy of airway disease treatment. Equine Vet J. 2011 Mar;43(2):153-8. doi:10.1111/j.2042-3306.2010.00156.x.

Wijnberg ID, Graubner C, Auriemma E, van de Belt AJ, Gerber V. Quantitative motor unit action potential analysis in 2 paraspinal neck muscles in adult Royal Dutch Sport horses. J Vet Intern Med. 2011 May-Jun;25(3):592-7. doi: 10.1111/j.1939-1676.2011.0724.x. Epub 2011 Apr 12.

Tierschutz
C. Giese, V. Gerber, M. Howald, I. Bachmann, D. Burger, Stressbelastung und Verhalten von Pferden in stromführenden gegenüber nicht stromführenden Führanlagen, Schw. Archiv für Tierheilkunde (accepted)

Graubner C, Gerber V, Doherr M, Spadavecchia C. Clinical application and reliability of a post abdominal surgery pain assessment scale (PASPAS) in horses. Vet J. 2011 May;188(2):178-83. doi: 10.1016/j.tvjl.2010.04.029. PubMed PMID: 20627635.

Kunden/Berichterstattung
(Deutsch)
  • Zuchtorganisationen und ihre Mitglieder
  • Nutzerorganisationen und ihre Akteure
  • Praktiker (Tierärzte, Pferdehalter und -nutzer)
  • Behörden / Politische Instanzen / Gesetzgeber
  • Forscher (Universitäten, Hochschulen, etc.)
  • Generell Pferdebranche

Intern: Das ISME erarbeitet einmal pro Jahr einen Tätigkeitsbericht (Leistungsnachweis) zuhanden der Direktion INT Agroscope, des Departementes für klinische Veterinärmedizin und des Dekanats der Vetsuisse-Fakultät Universität Bern. Der Tätigkeitsbericht entspricht in Format dem Leistungsnachweis des Departements für klinische Veterinärmedizin unter Berücksichtigung der speziellen Aus-, Weiter- und Fortbildungsdienstleistungen des ISME.
Extern: Die Umsetzung der Resultate wird durch Kommunikation auf den Stufen Praxis, Beratung, nationale Forschungsgemeinschaft und internationale Forschungsgemeinschaft gewährleistet. Dies erfolgt durch die Präsentation der erzielten Ergebnisse an Tagungen und internationalen Kongressen. Ferner werden wissenschaftliche, technische und praxisorientierte Publikationen verfasst. Ausserdem fliessen die neuen Erkenntnisse in Merkblätter ein, die sich direkt an den Praktiker und die Beratung richten.