Abstract
Im allgemeinbildenden Unterricht an Berufsschulen (ABU) findet sich ein hoher Anteil an Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund. Sie werden in der Regel nach Richtlinien und Methoden unterrichtet, die für einsprachige bzw. deutschsprachige Schüler/innen gedacht sind, und von Lehrkräften, die für den muttersprachlichen Deutschunterricht ausgebildet sind. Im Rahmen des Projekts Förderung der allgemeinen Schreibkompetenz an Berufsschulen Prozessorientierte Schreibdidaktik zwischen DaM (Deutsch als Muttersprache) und DaZ (Deutsch als Zweitsprache) wurde ein Konzept der prozessorientierten Schreibdidaktik entwickelt, das Mutter- und Zweitsprachendidaktik miteinander verbindet. Zur Umsetzung und Evaluation des Konzepts findet eine schreib- bzw. sprachdidaktische Intervention mit Pre- und Posttests und eine Follow-up-Erhebung statt. Die mit Experten/Expertinnen und mit Lehrpersonen des allgemeinbildenden Unterrichts entwickelten Interventionsmaterialien fördern die Fähigkeit der Berufsschüler/innen, das Schreiben zu organisieren und einen Text inhaltlich, strukturell und sprachlich so zu bearbeiten, dass er seine Funktion und seine sozial-kommunikative Wirkung erfüllt. Dabei werden auch Textsortenkonventionen berücksichtigt. Zur Schreibkompetenz gehört ausserdem die Fähigkeit, den Schreibprozess zu überwachen, Texte zu revidieren und zu überarbeiten.