Hintergrund und Zielsetzung In der Schweiz sind zahlreiche Akteure auf verschiedenen Ebenen im Bereich der Prävention von nichtübertragbaren Krankheiten (Non-communicable diseases, NCDSs) tätig, jedoch fehlen ein koordinierter, umfassender Ansatz sowie eine Gesamtübersicht der Aktivitäten. Als Input für die Erarbeitung einer neuen nationalen NCD-Strategie, deren Umsetzung für 2017 geplant ist, soll eine Übersicht laufender oder kürzlich abgeschlossener Projekte erstellt werden. Das Hauptprodukt dieser Bestandsaufnahme zu Projekten im Bereich der Prävention von nichtübertragbaren Krankheiten in der Schweiz ist ein Kompendium von Präventionsprojekten mit Fokus auf den NCDs, Risikofaktoren und Zielgruppen, das als Nachschlagewerk dienen und die Koordination geplanter Massnahmen erleichtern soll.
Methodik und Vorgehen Die Akteure mit Aktivitäten im Bereich NCD-Prävention wurden in drei Gruppen eingeteilt: (1) Betriebliche Akteure, (2) halbstaatliche und staatliche Akteure sowie (3) Institute, Stiftungen, und NGOs. Bei den Betrieben wurde eine Auswahl getroffen, von denen bekannt ist, dass sie entweder externe Gesundheitspräventionsprojekte für die Öffentlichkeit durchführen oder intern aktiv sind im Betrieblichen Gesundheitsmanagement. Die Datenerhebungsphase bestand primär aus Onlinerecherchen. Mithilfe dieser Informationen wurden so viele Projektfichen wie möglich erstellt. Erfasst wurden vor allem grosse Umsetzungsprojekte der primären Prävention und Gesundheitsförderung. Neben den fünf prinzipiellen NCDs (Krebs, Diabetes, respiratorische, muskuloskelettale und kardiovaskuläre Erkrankungen) wurden auch die vier häufigsten verhaltensbezogenen (Bewegung, Ernährung, Rauchen, Alkohol) und die vier wichtigsten physiologischen (Übergewicht, erhöhter Blutzucker, erhöhtes Cholesterin und erhöhter Blutdruck) Risikofaktoren berücksichtigt. Die Projekte wurden in vier Kategorien eingeteilt: Gesundheitsförderung, Primärprävention, Sekundärprävention, Tertiärprävention, wobei reine Forschungsprojekte nicht miteinbezogen wurden.
Ergebnisse und Schlussfolgerungen Das beigelegte Kompendium enthält über 700 laufende oder kürzlich abgeschlossene Präventionsprojekte.
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Die durchschnittliche Projektdauer beträgt rund vier Jahre.·
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Die Kantone sind sehr stark in die Präventionsarbeit in der Schweiz involviert.
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Präventionsprojekte entstehen häufig durch Kooperationen verschiedener staatlicher und privater Akteure.
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Die Projektinformationen auf dem Internet sind mit Ausnahme finanzieller Details sowohl bei den Kantonen als auch bei nichtstaatlichen Akteuren ausführlich und übersichtlich dargestellt.
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80% der hier aufgeführten Projekte gehören zur Kategorie Gesundheitsförderung oder Primärprävention.
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Die Schwerpunkte in der derzeitigen Präventionsarbeit liegen bei den verhaltensbezogenen Risikofaktoren, physiologische Risikofaktoren werden selten anvisiert.
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Der Fokus von krankheitsbezogenen Projekten liegt am häufigsten bei Krebs (25%).
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Senioren sind eine Bevölkerungsgruppe, die vernachlässigt scheint, während Kinder am häufigsten die primäre Zielgruppe darstellen.
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Bei der Tabakprävention stehen Jugendliche stark im Fokus.Nur sehr wenige Projekte werden systematisch evaluiert.