Weltweit gehören Korallenriffe zu den bedrohtesten Lebensräumen der Erde. Über 20 % sind bereits zerstört, 70 % gelten als bedroht. Nebst der Klimaveränderung und der Versauerung der Meere, birgt der Handel mit Korallenriff-Tieren eine weitere Gefahr für die Korallenriffe. Weltweit werden jährlich schätzungsweise 50 Millionen Korallenriff-Tiere für den Aquarienhandel dem Korallenriff entnommen. Davon 30 Millionen Korallenfische. Global gibt es über 2 Millionen Heim- und Grossaquarien. Wie viele Korallenfische in die Schweiz importiert werden, ist unbekannt.
Letztmals untersuchte das Bundesamt für Veterinärwesen BVet den Handel mit Zierfischen in 2001. Diese Untersuchung wurde anhand von Befragungen von Händlern erstellt. Hierbei wurde auch die Aussenhandelsstatistik der Eidgenössischen Zollverwaltung konsultiert (Tarifnummer 0301.1000: Zierfische, lebend). Weil keine Handelsrichtlinien bestehen und keine Art nach CITES geschützt ist (ausser Steinkorallen, Mördermuscheln und Seepferdchen, die auf CITES Anhang II stehen), basierten die Aussagen auf freiwillige Mitteilungen von Zierfisch-Händlern.
Die Zollstatistik bezieht sich auf das Gewicht der Lieferung, d. h. Fische, Verpackungsmaterial und Wasser, und nicht auf die Anzahl Individuen. Auch wird nicht unterschieden, ob es sich um Süss- oder Meerwasserfische handelt. Weiter ist anzumerken, dass der Direktimport von Privatleuten (per Auto oder via Online-Shopping) kaum/nicht erfasst wird.
Untersuchungen der UNEP/WCMC von 2004 haben ergeben, dass rund 1500 Arten aus 59 Familien im Handel erhältlich sind und nur rund 1% davon gezüchtet werden kann. Neuere Untersuchungen der Importe in die USA fanden sogar über 1800 Arten aus 125 Familien. Die allermeisten Fische stammen direkt aus der Wildnis, dem Korallenriff. Die Untersuchung vermerken auch, dass aufgrund der Fangmethoden sehr viele Fische sterben oder auf dem Transport eingehen können. Schätzungen gehen von 80 bis über 90 % aus.