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Forschungsstelle
BAV
Projektnummer
SVI 2011/034
Projekttitel
Längere Umsteigezeiten und Haltestellenaufenthaltszeiten - Auswirkungen und Massnahmen
Projekttitel Englisch
Extended transfer times and dwell times at stops - impacts and measures

Texte zu diesem Projekt

 DeutschFranzösischItalienischEnglisch
Schlüsselwörter
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Kurzbeschreibung
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Projektziele
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlüsselwörter
(Deutsch)
Haltezeit, Umsteigezeit, Anschluss, öffentlicher Verkehr, demographische Entwicklung, Haltestelle, Umsteigeanlage, Entschleunigung
Schlüsselwörter
(Englisch)
dwell time, transfer time, connection, public transport, demographic change, bus/train stop, transfer facility, slowdown
Kurzbeschreibung
(Deutsch)

Ältere Fahrgäste haben andere Ansprüche an die Benutzbarkeit der öffentlichen Verkehrsmittel, beispielsweise weil ihre Bewegungsfreiheit zu Fuss, ihr Orientierungssinn und ihre Wahrnehmung gegenüber jüngeren Nutzern reduziert sein können. Für den öffentlichen Verkehr kann dies längere Umsteigezeiten und verlängerte Haltestellenaufenthaltszeiten bedeuten. Welche Auswirkungen diese Veränderungen nach sich ziehen und mit welchen Massnahmen diesen begegnet werden soll, wird mit dem Forschungsprojekt untersucht.

Verlängerte Umsteige- und Haltezeiten können sich auf die gesamte Transportkette auswirken. Entsprechend könnten Investitionen in Infrastruktur und Rollmaterial erforderlich werden. Die Konsequenzen bezogen auf Reisezeiten, Betriebskosten und Infrastrukturbedarf werden abgeschätzt. Anhand von Literaturrecherchen, Datenauswertungen und Workshops mit den Akteuren (Interessenvertreter ältere öV-Nutzer, Transportunternehmen, Besteller) werden die Entwicklungen und mögliche Konflikte aufgezeigt. Aus diesen Erkenntnissen werden Entschleunigungsmassnahmen und begleitende Massnahmen zur Verbesserung des Zugangs zum öV entwickelt und deren Wirkungen beurteilt. Dabei werden Reisezeitanalysen und eine computergestützte Simulation von Personenbewegungen eingesetzt.

Mit den angewendeten Methoden können im Rahmen der Forschungsarbeit mögliche Einflüsse der demographischen Entwicklung auf den öV abgeschätzt und gleichzeitig Massnahmen sowie Empfehlungen für die Akteure des öV-Systems zur Erfüllung der Mobilitätsbedürfnisse der steigenden Anzahl älterer öV-Nutzer aufgezeigt werden.

Kurzbeschreibung
(Englisch)

The elderly have different requirements regarding the use of public transport as, for example, their mobility by foot, their sense of orientation, and their perception are reduced compared to younger people. For public transport services, this can mean longer transfer times and extended dwell times at stops and stations. The objective of this research project is to investigate the impacts of such changes and what measures are needed to counteract these impacts.

Extended transfer times and dwell times at stops can influence the entire transport chain. As a consequence, investments in infrastructure and rolling stock might be required. The consequences concerning travel times, operational costs, and infrastructure needs are estimated. Literary research, data analysis, and workshops with stakeholders (representatives of elderly users of public transport, providers of public transport services, public transport authorities) will reveal developments and potential conflicts. These findings are then used to develop measures of deceleration as well as accompanying measures to improve accessibility to public transport services and the measures will be evaluated in their effectiveness. Travel time analysis and computer-aided simulations of people movements support the the enquiry.

Using the methods mentioned above, the scope of the research project is to estimate possible effects of the demographic development on public transport, and at the same time present measures and recommendations for the public transport stakeholders in order to meet the mobility needs of the growing number of elderly public transport users.

Projektziele
(Deutsch)

Auf Grund des demographischen Wandels wird der Anteil weniger mobiler älterer Menschen, welche den öffentlichen Verkehr benützen steigen. Die hiermit einhergehende Entschleunigung könnte zu einer Verlängerung von Umsteige- und Haltestellenaufenthaltszeiten führen.

Ziel der Arbeit ist es, die Auswirkungen verlängerter Halte- und Umsteigezeiten auf das Fahrplangefüge des Kontensystems der Schweiz sowie Massnahmen zur potenziellen Verringerung der Auswirkungen und zur Verbesserung der Situation auf zu zeigen.

Projektziele
(Englisch)

As a consequence of the demographic change, the share of less mobile elderly people using public transport will increase. This change is associated with a slowdown which might lead to extended transfer times and dwell times at stops.

The goal of this research project is to present the implications these extended transfer times and dwell times at stops might have on the time-table stability in the Swiss public transport network as well as measures with a potential to reduce the impacts and to improve the situation.

Abstract
(Deutsch)

Zusammenfassung

Die Bevölkerung in der Schweiz wird zunehmend älter und im öffentlichen Verkehr (öV) ist mit einer ansteigenden Personendichte infolge des Nachfragewachstums zu rechnen.

Für die hier untersuchte Nutzergruppe der älteren Fahrgäste (ab 65 Jahren) verlängern sich zukünftig die Umsteigezeiten im öV deutlich. Ältere Personen können sich durchschnittlich weniger agil in Menschenmengen bewegen. Mit Mikrosimulationen einer Umsteigesituation und Analysen wurde dieser Effekt erstmals beziffert. Die minimalen Umsteige- resp. Fahrgastwechselzeiten müssten demnach in den nächsten 15 Jahren für die langsamsten Nutzer um 30% bis über 40% verlängert werden.

Eine vollständige Umsetzung einer Entschleunigung, d.h. Verlängerung von Umsteige- und Haltezeiten entsprechend den Bedürfnissen von langsamen älteren Nutzern in Kombination mit höheren Personendichten, hätte gravierende Auswirkungen auf das Gesamtsystem des öV sowie grossen Anpassungsbedarf (verbunden mit den entsprechend hohen Betriebs- und Infrastrukturkosten) zur Folge. Positiv auf die Konflikte auswirken werden sich die in geringem Ausmass bei den Transportunternehmen bereits geplanten längeren Haltezeiten für künftige Konzepte. Auch mit der Umsetzung des Behindertengleichstellungsgesetzes (BehiG) resultieren positive Effekte auf die Umsteige- und Haltezeiten im Zusammenhang mit älteren öV-Nutzern. Es sind jedoch offensichtlich zusätzliche Massnahmen erforderlich, welche eine generelle Verlängerung von Umsteige- und Haltezeiten zu kompensieren vermögen.

Massnahmen mit einem potentiell hohen Beitrag zur Kompensation einer Entschleunigung und mit positiver Wirkung, insbesondere auf die ältere öV-Nutzerschaft in dichten Personenflüssen, werden hierfür skizziert. Im Vordergrund stehen dabei beispielsweise Massnahmen bezüglich Hilfsmittel zur Reisevorbereitung und während der Reise, ausreichende Platzverhältnisse im Fahrgastwechselbereich von Plattform und Fahrzeug sowie verbesserte Orientierungshilfen in Publikumsanlagen.

Die Forschungsarbeit zeigt klar auf, dass Handlungsbedarf im Zusammenhang mit den älter werdenden öV-Nutzern besteht. Aus den Workshops und den Diskussionen mit den Fachleuten und Interessengruppen ging hervor, dass das Bewusstsein für die künftigen Konflikte in diesem Themenfeld noch nicht verbreitet vorhanden ist, sich aber bereits erste Probleme mit nicht umsetzbaren Halte- und Umsteigezeiten abzeichnen. Die nun vorliegenden Resultate liefern einen Beitrag zur Schärfung des Ausmasses der Problematik sowie Hinweise, in welchen Bereichen Lösungsansätze zu suchen sind.

Der durchaus noch erweiterbare Massnahmenkatalog soll den an der Gestaltung des öV beteiligten Stellen als Stütze bei der kurzfristigen betrieblichen wie auch bei der langfristigen öV-Planung dienen und den in der Thematik der Umsteige- und Haltezeiten tätigen Spezialisten Anstösse für neue Ansätze geben.

Vertiefter Forschungsbedarf bezüglich Konkretisierung und Wirkungsbeurteilung wird bei Massnahmen gesehen, welche für Transportunternehmen oder Infrastrukturbetreiber noch experimentellen Charakter haben. Bei zahlreichen der vorgeschlagenen Massnahmen dürfte es an den verantwortlichen Stellen liegen, die Ansätze zu konkretisieren und anhand von Pilotprojekten in der Praxis zu testen.

Abstract
(Englisch)

Summary

The Swiss population is becoming increasingly older, while at the same time passenger density on public transport is expected to increase due to a growth in demand.

This study focuses on elderly passengers (over 65-year-olds) who will require considerably longer transfer times in the future. The elderly tend to be less agile than the average passenger within crowds. Micro-simulations of a transfer station and analysis indicate that minimal transfer times and passenger boarding and alighting times should be extended by 30-40% within the next 15 years to meet the slowest users’ needs.

A full implementation of this deceleration (i.e. increasing minimal dwell and transfer times) according to the needs of elderly passengers in combination with dense crowds would have severe consequences on the functionality of the public transport system. The system would require substantial modifications, which would result in increased operational cost. Currently few transport operators are planning for longer dwell times in future concepts to ease expected conflicts. However, the implementation of the Swiss federal law for the equal treatment of people with disabilities (BehiG) will have a beneficial effect on transfer and dwell times for elderly passengers. It is therefore evident that further measures will need to be considered to compensate for a system-wide extension of transfer and dwell times.

Measures that not only compensate the system deceleration considerably but also have a positive effect on elderly public transport users should be prioritised. Promising measures are among others auxiliary means for the preparation of a journey and during the journey, sufficient space for the passenger exchange area on the platform as well as in the vehicle and improved orientation guides in stations.

This study clearly highlights the need for action to deal with the increasing age of public transport users. Conclusions drawn from workshops and discussions with public transport experts and interest groups show that the awareness of the identified future conflicts within this topic has yet to be raised with most stakeholders. This is especially relevant as, even today, scheduled transfer and dwell times are occasionally proven to be too short. The results of this study seek to clarify the scale of the problem and to suggest possible approaches to mitigate it.

The catalogue of measures developed in this study is thought to support public transport stakeholders in short-term operational and long-term strategic planning. While not being seen as comprehensive, the proposed measures can provide new approaches to specialists on the subject of minimal transfer and dwell times.

The implementation and impact of measures that are seen as experimental for transport operators and infrastructure managers will need to be studied further. For many of the proposed measures, the responsibility to specify and test approaches is likely to lie with the relevant stakeholders.

Abstract
(Französisch)

Résumé

La population en Suisse devient de plus en plus âgée. Parallèlement, un accroissement de la demande en déplacement en transport public (TP) est attendu dans les prochaines années, ce qui aura pour effet de générer des flux de passagers de plus en plus denses au droit des arrêts et pôles d’échanges.

Cette étude s’est concentrée sur la classe d’âge de la clientèle en transport public supérieure à 65 ans, pour laquelle le temps de correspondance en TP se prolongera considérablement dans l’avenir. Il a en effet été démontré au moyen d’analyses et de simulations microscopiques de déplacements dans une gare type que les personnes âgées se déplacent en moyenne plus difficilement en présence d’une grande foule. Dans les quinze prochaines années, le temps de changement minimal, respectivement les temps de transfert des passagers devront donc être prolongés de 30% à 40% pour ces personnes à mobilité réduite.

Une prise en compte complète de ces ralentissements, c’est-à-dire un prolongement du temps de correspondance, respectivement du temps d’arrêt, pour tenir compte des besoins des voyageurs âgés et de l’augmentation de la densité de personnes aurait des conséquences graves sur l’ensemble du système du TP. Il provoque aussi une augmentation des coûts d’exploitation. Par contre les temps d’arrêt plus longs, prévus dans les futurs concepts des entreprises de transport, auraient un impact positif, au même titre que la mise en œuvre de la loi sur l'égalité pour les handicapés a bénéficié aux personnes âgées. Il y a toutefois évidemment des mesures supplémentaires indispensables à prendre pour compenser un prolongement général des temps d’arrêts et de correspondance.

Au premier plan figurent des mesures ayant un grand potentiel pour contribuer à la compensation des ralentissements, surtout avec un effet positif sur les passagers âgés du TP. Il s’agit en particulier de mesures d’aide à la préparation du voyage et pendant le voyage, place suffisante dans les zones d’échange de passagers dans les véhicules et sur les quais, ainsi que l’amélioration de la signalétique dans le domaine de la gare.

Le travail de recherche a clairement démontré qu’il était nécessaire d’agir en relation avec les futurs usagers âgés. Les résultats des workshops et des discussions avec les experts et les groupes d’intérêt, montrent que la prise de conscience face aux futurs conflits entourant cette thématique n’est pas encore vraiment répandue. Les premiers problèmes relatifs aux temps de correspondance et aux temps d’arrêt non réalisables sont par contre déjà apparus. Les présents résultats permettent déjà de réaliser l’ampleur du problème. Ils donnent aussi des précisions sur les domaines dans lesquels il faut chercher des approches de solution.

Le catalogue de mesures, non exhaustif, devrait servir aux responsables comme soutien à la planification opérationnelle du TP à court et à long terme. Il peut également servir à donner des nouvelles approches aux spécialistes couvrant la thématique des temps de correspondance et temps d’arrêt.

Un besoin de recherche approfondi concernant une concrétisation et une appréciation de l’impact sera évalué dans les mesures, qui ont encore un caractère expérimental pour les entreprises de transport ou les exploitants d’infrastructure. Les responsables sont tenus de concrétiser les approches relatives aux multiples mesures proposées, et de les tester à travers des projets pilotes.