Während das Einfamilienhaus noch immer von Schweizer Haushalten dominiert wird, leben Personen aus neuen Herkunftsländern überdurchschnittlich häufig in Neubauwohnungen. Die Nationengruppe der alten Herkunftsländer ist dem gegenüber stärker vertreten in Wohnungen aus der Bauperiode der Nachkriegszeit, welche sich im Durchschnitt durch eine geringere Anzahl Zimmer sowie auch weniger Fläche pro Zimmer auszeichnen. Entsprechend ist der Flächenverbrauch von Personen aus neuen Herkunftsländern und von Personen mit Schweizer Nationalität deutlich höher als derjenige von Personen aus alten Herkunftsländern. Die Unterschiede bezüglich Wohnsituation und Wohnflächenverbrauch widerspiegeln den Statusunterschied zwischen den Nationengruppen.
Die Wohnsituation der Nationengruppen hat sich zwischen 2000 und 2011 grossflächig kaum verändert. Die charakteristischen Unterschiede zwischen Personen aus alten und neuen Herkunftsländern bleiben also grundsätzlich bestehen. Mit der veränderten Zuwanderung hat sich allerdings das Verhältnis der Anteile der Nationengruppen verändert. Am deutlichsten ist dies in den Kernstädten zu beobachten, wo die Anteile der neuen Herkunftsländer am höchsten sind. Neben der zahlenmässigen Zunahme der Zuwanderung gibt es demnach vor allem eine qualitative Veränderung. Mit dem Strukturwandel der Zuwanderung verstärkt sich die Individualisierung in der Schweiz. Die Anzahl Einpersonenhaushalte nimmt weiter zu und damit auch der Flächenverbrauch pro Person. Zudem erfolgt mit dem zunehmenden Anteil Personen aus den neuen Herkunftsländern ein Statusanstieg der Bevölkerung in der Schweiz. Gerade dort, wo Wohnraum knapp ist, wirken sich die Entwicklungen der neuen Zuwanderung entscheidend auf die Nachfrage im Wohnungsmarkt aus. Denn die Nachfrage von Personen aus neuen Herkunftsländern ist derjenigen der Schweizer Bevölkerung sehr ähnlich, weshalb sie sich im Wohnungsmarkt häufig konkurrieren.