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Forschungsstelle
BFE
Projektnummer
SI/500701
Projekttitel
Risk-return perceptions of renewable ene

Texte zu diesem Projekt

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Schlussbericht
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Erfasste Texte


KategorieText
Schlussbericht
(Deutsch)
Die Umsetzung der Energiestrategie 2050 erfordert hohe Investitionen in die Energieinfrastruktur. Während öffentlich-private Partnerschaften etwa zwischen Stadtwerken und institutionellen Investoren im europäischen Ausland bereits ein etabliertes Modell zur Finanzierung von erneuerbare Energie-Projekten sind, agieren hiesige potentielle Investoren teilweise mit grosser Zurückhaltung. Gegenstand des vorliegenden Projekts ist die empirische Analyse von Energie-Investitionsentscheidungen strategischer (Energieversorgungsunternehmen) und finanzieller Investoren (Pensionskassen, Versicherungsunternehmen, Banken, unabhängige Asset Manager). In einem ersten Untersuchungsschritt wurden 20 semistrukturierte Experteninterviews mit Investoren geführt. Hieraus ging hervor, dass die interviewten Entscheidungsträger erneuerbare Energien als risikobehaftete Investition betrachten. Diese Wahrnehmung kristallisierte sich als ein Haupthindernis zur Investition heraus. Gefragt nach der Art des wahrgenommenen Risikos wird bei erneuerbaren Energien zu allererst das politische Risiko genannt. Dieses Risiko ist zweifellos vorhanden, die Fördermechanismen ändern sich und passen sich laufend der dynamischen Entwicklung der Technologien an. Andererseits unterliegen auch andere Anlagemöglichkeiten Risiken, man denke etwa an komplexe Finanzprodukte oder eine Gaspipeline durch politisch instabile Regionen im Ausland. Was beeinflusst die Risikowahrnehmung der Investoren? Und was sind die Konsequenzen für Investitionsentscheidungen, beispielsweise im Hinblick auf erneuerbare versus nicht-erneuerbare Energien? Die neuesten Erkenntnisse der Entscheidungsforschung legen nahe, dass die Wahrnehmung von Risiken nicht nur auf analytischen Überlegungen beruht, sondern dass Investoren bei ihrer Einschätzung von Investitionsobjekten auch von unbewusst ablaufenden, affekt-basierten Assoziationen beeinflusst werden. Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahneman nennt dieses z v D k „ D k “. D P y M w k , intuitiven Einflüsse auf das Entscheidungsverhalten zu messen. Eine dieser Methoden, den Implicit Association Test (IAT), haben wir in der vorliegenden Studie genutzt, um unbewusste, affekt-basierte Assoziationen mit erneuerbaren und nicht-erneuerbaren Energien bei Schweizer Investoren zu untersuchen und daraus Ansatzpunkte für eine realitätsnahe Erklärung des Investitionsverhaltens zu gewinnen. Jeder der 112 teilnehmenden Investoren absolvierte dabei rund 180 Reaktionsaufgaben. An der experimentellen Untersuchung nahmen insgesamt 24 strategische und 88 finanzielle Investoren teil. In Teilstudie 1 haben wir Risiko-Rendite-Wahrnehmungen der Investoren im Hinblick auf einen erneuerbaren (Photovoltaik) und einen nicht-erneuerbaren Energieträger (Erdgas) gemessen; die Resultate zeigen, dass Investoren Photovoltaik und Gas gleichermassen mit Risiko und Rendite assoziieren, es gab also in diesem Experiment keine systematischen Anzeichen dafür, dass die Befragten beispielsweise Photovoltaik mit höheren Risiken oder tieferen Renditeerwartungen assoziieren als Erdgas. In Teilstudie 2 haben wir die generelle Wahrnehmung der Investoren bei Solarenergie und Erdgas untersucht und gefunden, dass unbewusste Assoziationen klar positiver sind gegenüber der Solarenergie. Interessiert haben uns insbesondere Unterschiede nach Investortyp; haben strategische Investoren eine systematisch andere Wahrnehmung als finanzielle Investoren? Weder in Teilstudie 1 noch in Teilstudie 2 sind die Mittelwerte des IAT-Resultats signifikant unterschiedlich nach Investortyp. Aber einen interessanten Unterschied nach Investorentyp gibt es dennoch: Einen systematischen Zusammenhang zwischen impliziten Assoziationen und Entscheidungsverhalten lässt sich nur bei strategischen Investoren feststellen. Bei Entscheidungsträgern aus der Energiebranche, deren implizite Assoziationen gegenüber Photovoltaik negativer ausfallen als gegenüber Gas, spiegelt sich diese unbewusste Präferenz auch in ihrem Anlage-Portfolio wider. Bei finanziellen Investoren lässt sich dieser Zusammenhang nicht nachweisen. Eine mögliche Erklärung könnte darin liegen, dass letztere ihren Entscheidungsprozess nach Anlageklassen (Aktien, Obligationen, Immobilien, usw.), und nicht nach Energietechnologien strukturieren. Daher ist für diese Investoren auch die Frage der Präferenz für die eine oder andere Energiequelle nicht relevant bei der Investitionsentscheidung,

Auftragnehmer/Contractant/Contraente/Contractor:
Universität St. Gallen

Autorschaft/Auteurs/Autori/Authors:
Chassot,Sylviane
Wüstenhagen,Rolf
Beglinger,Fritz
Bärtsch,Christian
Schlussbericht
(Englisch)
The realization of the energy strategy 2050 requires substantial investments in the energy infrastructure. While public-private partnerships for example among electric utility companies and institutional investors are a common way to finance renewable energy projects in other European countries, some potential investors in Switzerland act with great hesitance. Subject of the present project is the empirical analysis of energy investment decisions of strategic (electric utility companies) and financial investors (pension funds, insurance companies, banks, independent asset managers). In a first investigation phase, we conducted 20 semi-structured expert interviews with investors. It appears from the interviews that decision makers perceive renewable energies as investments fraught with risk. This perception emerged as one of the main investment obstacle. When asked for the type of perceived risk, investors first and foremost name political risk in the context of renewable energies. Political risk is present without doubt, as policy instruments are constantly changing in order to adjust to the dynamic development of the technologies. On the other hand, other investment opportunities are subject to risks, too, thinking of complex financial products or a gas pipeline through politically instable regions. What influences v ’ k perception? What are consequences for investment decisions, for example regarding renewable versus non-renewable energy sources? Recent findings from decision research imply that the perception of risks does not only emerge from analytical reasoning, but that investors are influenced by unconsciously occurring, affect-based associations in their risk assessments. Nobel laureate Daniel Kahneman calls this a v k “ k ”. P y v v p intuitive influences on decision-making. One such method is the Implicit Association Test (IAT), which we have used to measure unconsciously occurring associations of Swiss investors toward renewable and non-renewable energies in order to get new insights for a realistic explanation of investor behavior. Each of the 112 investors who participated in the energy-IAT has conducted 180 reaction tasks. In total, 24 strategic investors and 88 financial investors took part in the experimental study. In substudy 1 we measured risk-return perceptions of investors regarding a renewable (photovoltaics) and a non-renewable energy source (natural gas); the results show that investors associate photovoltaics and gas equally to risk and return. This experiment did not reveal systematic evidence that the participants would associate photovoltaics with higher risks or w . b y 2 w v ’ general perception regarding solar energy versus natural gas and found that implicit associations are clearly more positive toward solar energy. We were particularly interested in differences by investor type; do strategic investors have a systematically different perception than financial investors? In none of the two substudies we found significantly different IAT-scores by investor type. However, one interesting difference by investor type prevails: A systematic correlation of implicit associations with decision making only occurs among strategic investors. Decision makers from the energy industry who have more negative implicit associations toward photovoltaics than gas tend to invest less in photovoltaics. For financial investors we could not establish this correlation. One possible explanation could be that financial investors structure their investment decisions in terms of asset classes (shares, bonds, real estate, etc) and not according to energy technologies. T , v ’ p one energy source over the other is irrelevant for the investment decision.

Auftragnehmer/Contractant/Contraente/Contractor:
Universität St. Gallen

Autorschaft/Auteurs/Autori/Authors:
Chassot,Sylviane
Wüstenhagen,Rolf
Beglinger,Fritz
Bärtsch,Christian
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